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Wesel
Commerzbank: Weseler Geschäftsleute konservativ

Wesel. Die Bank hat 100 Geschäftskunden in Wesel im Rahmen einer Studie befragt. Diese zeigen sich optimistisch.

Wesels Freiberufler, Gewerbetreibende und Handwerker blicken recht optimistisch auf das neue Jahr. Das hat die Commerzbank im Rahmen einer Studie herausgefunden: Bundesweit befragte sie 3000 Geschäftskunden, davon 100 in Wesel - damit sei die Umfrage repräsentativ für die Region. Gefragt wurden Geschäftskunden mit einem Umsatz von bis zu 2,5 Millionen Euro. Ein Ergebnis: Drei Viertel der Weseler Geschäftskunden gaben an, dass sich ihr Geschäft 2015 sehr gut (29 Prozent) oder stabil (45 Prozent) entwickelt habe. Im vergangenen Jahr urteilten 14 Prozent weniger positiv. Auch die Zahl derer, deren Geschäft sich verschlechtert hat, ist von 37 Prozent im vergangenen Jahr auf 25 in diesem Jahr gesunken. Die Auftragslage hat sich für 90 Prozent der Befragten verbessert oder ist stabil geblieben - das sind doppelt so viele wie im Vorjahr. Eine Entwicklung, die deutlich optimistischer auf das kommende Jahr schauen lässt.

Trotzdem gibt es auch Sorgen. "Wir haben uns bei der Studie auch um die unternehmerischen Risiken gekümmert", erläutert Jasmin Beste, Abteilungsdirektorin Geschäftskunden. Ein Viertel der Befragten gab an, Angst vor nicht zahlenden Kunden oder vor einer Auftragsflaute zu haben, der Fachkräftemangel bereitet immerhin 24 Prozent Sorge.

IT und Marketing stehen auf der Liste der geplanten Investitionen ganz oben, doch nur 14 Prozent haben ihre Vorhaben bereits komplett umgesetzt, immerhin mehr als die Hälfte hat in diesem Jahr damit begonnen. Dass besonders der IT-Bereich für eine sichere Zukunft steht, haben fast alle erkannt.

"Im Bereich Internet haben Weseler Geschäftskunden Nachholbedarf", sagt Marcel Krug, Niederlassungsleiter für private Kunden. Fast die Hälfte der Gewerbekunden sind auf diesem Gebiet kaum aktiv, und wer sich dort bewegt, bietet in der Regel lediglich Informationen an. Nur bei wenigen Anbietern ist es beispielsweise möglich, direkt auf der Seite zu bestellen. Soziale Netzwerke sind für die Kommunikation mit dem Kunden kaum ein Thema, "lediglich manche Immobilienmakler sind dort aktiv", sagt Beste.

Überhaupt zeige sich eine konservative Neigung bei den Geschäftsleuten: Die meisten, 69 Prozent, rechnen ihre Leistungen über die gute alte Rechnung ab, Lastschriften und Kreditkarte sind kaum ein Thema, auch Online-Bezahlverfahren führen eher ein Schattendasein. Bargeld kommt, anders als im Bundestrend, in Wesel und Umgebung sehr selten als Bezahlmittel vor. Im Kreditgeschäft sieht die Commerzbank noch Luft nach oben.

(sz)
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