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Schermbeck
Das Dorf liebenswert halten

Schermbeck: Das Dorf liebenswert halten
Waldtraut Biedermann beim Korbflechten, rechts daneben Lore Höchst: Eine Aufnahme vom Tennenfest am Heimatmuseum von September. FOTO: Lars Fröhlich
Schermbeck. Im Heimatverein Gahlenen engagieren sich viele Ehrenamtler wie Jürgen Höchst mit Herzblut.

Zuletzt waren es die kleinen Gahlener, die sich freuen konnten. Ein Wasserspielgerät für den Spielplatz an der Passstraße sollte es sein. Jürgen Höchst und seine Mitstreiter vom Heimatverein Gahlen taten, was sie immer tun. Sie loteten Machbarkeiten aus und erstellten Pläne. Sie rührten die Werbetrommel, überzeugten Sponsoren und ließen sich auch durch Rückschläge nicht unterkriegen. Nun ist das Geld zusammen, die letzten 1000 Euro stammen aus der Auflösung des Vermögens des Schermbecker Verkehrsvereins. Die Arbeiten werden bald starten. Im kommenden Sommer können die Jungen und Mädchen dann nach Herzenslust planschen und matschen.

Jürgen Höchst, erster Vorsitzender des Heimatvereins ist beruflich stark eingespannt - ein Wunder, dass noch so viel Zeit für die Vereinsarbeit bleibt. Denn die umfasst die Brauchtumspflege durch Feste, landwirtschaftliche Vorführungen von annodazumal, Mundarttheater und das vereinseigene Museum Olle Schuer ebenso wie Einzelprojekte. Die neue Wasserspielanlage ist da nur ein Beispiel. Eine Lobby für Gahlen.

Im Laufe der Zeit haben die engagierten Bürger viel verwirklicht. Sie haben das Mühlrad an der Dorfmühle saniert und den Zunftbaum aufgestellt. Für Beleuchung am Mühlenteich und an der Kirche wurde gesorgt, alle Bänke in Gahlen hat der Verein in Ordnung gebracht und eine Route historischer Stätten ausgearbeitet, die den Rundweg des Schermbecker Geschichtsvereins ergänzt. Als nächstes steht Licht für das Ehrenmal auf dem Programm - auch Strahler für die Gahlener Kanalbrücke wären schön.

1950 gründete sich der Heimatverein mit dem Ziel der Traditionspflege und der Verschönerung des Ortes. Rund 650 Männer und Frauen sind heute dabei. Das kann sich sehen lassen, weiß Höchst. Obwohl es ruhig ein paar Aktive mehr sein dürften. Die Spinnerinnen, die Bierbrauer und die Landtechnikfreunde würden sich über Verstärkung freuen, bei den Vorführungen des Tennefestes und überhaupt. Mehr helfende Hände wären auch bei der Rentner-Gruppe gern gesehen.

Soeben hat sie im Vorfeld des Nikolauszuges wieder das Mühlenteichbecken gereinigt. Auch die Pflege des Tretbeckens und einiger Grünflächen zählt zu ihren Aufgaben.

"Es lohnt sich, unser Dorf liebenswert zu erhalten", sagt Jürgen Höchst. Seit 2008 ist er Vereinschef und der Zweitjob macht ihm immer noch viel Spaß. Auf der politischen Bühne sei es schwieriger, Projekte zu realisieren, weiß er. "Wir haben kürzere Wege. Viele Privat- und Geschäftsleute unterstützen uns. So schafft man vieles, was man politisch nicht so schnell umsetzen könnte." Außerdem macht es Freude, auch den jungen Leuten zu zeigen, wie aufwändig Landwirtschaft früher war und dass das Essen eben nicht im Supermarkt wächst.

Zurzeit ist der Heimatverein mit der Organisation des Gahlener Nikolauszuges beschäftigt - einer echten Gahlener Tradition.

(kui)
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