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Hamminkeln
Daten ausgewertet: mehr Lärm trotz weniger Züge

Hamminkeln. Werte an der Messstelle Hamminkeln von bis zu 77 Dezibel nachts sind fast acht Mal so hoch wie gesetzlich erlaubt. Von Thomas Hesse

Zu Gast in Hamminkeln war jetzt Professor Dr. Dirk Windelberg von der Universität Hannover. Es ging um die fachliche Beurteilung von Messdaten, die den Lärm an der Bahnstrecke bei Mehrhoog belegen. Sie wurden von der von den Anliegerkommunen der Betuwe-Route betriebenen Messstation in Mehrhoog aufgezeichnet. Der Wissenschaftler erläuterte seine Auswertung der Daten für den Zeitraum von 2011 bis 2015. Gert Bork aus Wesel war für die Bürgerinitiativen dabei und sieht seine Befürchtungen bestätigt. Denn weniger Züge auf der Strecke haben mehr Lärm verursacht - der Beleg, dass die Entwicklung dem entspricht, was Kritiker immer vermuteten.

Bork nannte die Kernaussagen von Prof. Windelberg. Nachdem es von 2011 bis 2014 stetig einen Anstieg der Zugzahlen gab, waren es 2015 etwas weniger. Trotzdem war festzustellen, dass die Lärmbelastung noch weiter zugenommen hat. Und dies nach dem selbsterklärten Ziel der Deutschen Bahn von 2012, den Schienenlärm bis zum Jahr 2020 zu halbieren. Schon 2016 sollte die halbe Flotte der Güterwaggons auf lärmarme Bremsen umgerüstet sein. Auch dieses Ziel wurde weit verfehlt; es sind gerade mal 25 Prozent.

Von der Messstation wurden Werte von bis zu 77 Dezibel nachts aufgezeichnet, obwohl nur 49 dB in Wohngebieten zulässig sind - das ist umgerechnet fast acht Mal so viel Lärm an den Schienen wie vom Gesetzgeber erlaubt.

"Erklärungen hierfür dürften längere Züge sowie schlechter Zustand von Gleisen und Zugmaterial sein", hielt Initiativensprecher Bork am Ende fest.

"Es geht nicht so sehr um absolute Zugzahlen, sondern um die Auswirkungen des Lärms auf die Anwohner", so Prof. Dr. Dirk Windelberg. Seine Grafiken zeigten, dass man je nach Häufigkeit und Lautstärke nächtlicher Zugbewegungen bis zu 15 mal öfter aus dem Schlaf gerissen wird.

Bork betonte: "Alle Punkte zeigen uns, dass es wichtig ist, weiterhin wachsam zu sein. Gerade in den laufenden Planfeststellverfahren macht die Deutsche Bahn Aussagen, die hinterfragt und nachgemessen werden müssen. Dies ist mit der vorhandenen Messanlage, die vom TÜV Nord überwacht wird, gerichtsfest möglich."

Quelle: RP
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