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Wesel
De Frau Kühne - mit deftigem Humor zum Sieg

Wesel. "Das Schwarze Schaf": Bei der Weseler Vorrunde war Ingrid Kühne Publikums-Favorit. Freitag folgt eine weitere Vorrunde.

Sie kam als Erste auf die Bühne, um ihr 15-Minuten-Programm abzuspulen. Sie ging als Erstplatzierte von der Bühne, als das Publikum nach rund zwei Stunden Kabarett und Comedy per Stimmkarte seine Favoritin gekürt hatte. Die Frau Kühne holte mit deftigem Humor alles heraus, was lokalpatriotische Pluspunkte brachte. Ihr Heimvorteil brachte sie vor den Konkurrenten Michael Feindler, Katharina Hoffmann, Marvin Spencer, Christoph Tiemann und Heino Tiskens an die Spitze der Publikumswertung. Am Freitag, 18. März, 19.30 Uhr, steigt die zweite Vorrunde im Bühnenhaus mit weiteren sechs Kabarettisten und Komödianten, die den Preis "Das Schwarze Schaf" holen wollen. Nach dem Publikum hat die Fachjury das Wort, die das Teilnehmerfeld des Finales am 7. Mai im Duisburger Theater am Marientor benennt.

In der Weseler Spielstätte hatte Moderator und Kabarettist Christoph Brüske leichtes Spiel. Das Publikum ließ sich bei Beifallsstürmen nicht lumpen. Dazu hatte es Grund. Bezeichnend an diesem Abend war die Vielfalt der Beiträge von Alltagskomik der allzumenschlichen Variante über stadtneurotisches Berlinern und wortwitzig Gereimtem zur Gitarre nach Art der Poetry Slammer bis zum Kabarett der politischen Art, das deutlich auf dem Rückzug ist. Hanns-Dieter Hüsch, Mitbegründer von Preis und Wettbewerb, wäre kaum zufrieden gewesen mit Politik light im aktuellen Kabarett. In den jeweils 15-minütigen Ausschnitten aus den aktuellen Programmen besetzte nur Christoph Tiemann die Sparte politisches Kabarett, emotional, auch mit nachdenklichen Tönen und mit wortgewaltigen Seitenhieben auf die Politikbewältigung im täglichen Talkshow-Aufguss. Katharina Hoffmann lieferte in ihrem Kurzprogramm die Großstadtvariante aus Berlin, wo sich die krisenhaften Weltläufe mit hoch verfeinerten Wellnessanstrengungen bestehen lassen. Witzig und anders präsentierten sich Michael Feindler und Heino Tiskens. Der eine reimte witzig gebrauchslyrisch und setzte mit dem umgedichteten "Zauberlehrling" Goethe ein Denkmal. Der andere, Niederrheiner aus Kaldenkirchen, enterte in der Art von Hannes Wader die Bühne und begleitete griffige, auf den Punkt erzählte Pointen mit der Gitarre. Marvin Spencer breitete sich eher still, selbstironisch über das Single-Leben aus - schwierig, nachdem die De Frau Kühne die Bühne gefüllt hatte. Die "Bühnengranate vom Niederrhein" (Moderator Brüske), vor allem präsent im Karneval und erst seit einem Jahr auf der Kabarett-Bühne, weiß, wie die deftigen Pointen sitzen.

Info De Frau Kühne ist am 19. April im Scala-Kulturspielhaus zu erleben.

(thh)
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