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Wesel
Defekter Türöffner: Kritik am Bauverein

Wesel: Defekter Türöffner: Kritik am Bauverein
Der elektrische Öffner der Tiefgaragentür an der Magermannstraße ist defekt. Hannelore Koerstgens hat größte Mühe, die Brandschutztür zu öffnen. FOTO: Nikolei
Wesel. Sachkundiger Bürger der CDU beklagt, dass Rollstuhlfahrerin (85) seit Monaten auf neue Brandschutztür zur Wohnanlagen-Tiefgarage wartet. Von Klaus Nikolei

Seit 28 Jahren lebt Hannelore Koerstgens in ihrer behindertengerechten Wohnung im dritten Obergeschoss der Seniorenwohnlage an der Magermannstraße. Und eigentlich hat sich die geistig überaus rege Seniorin, die seit ihrem 20. Lebensjahr an Kinderlähmung erkrankt ist und auf den Rollstuhl angewiesen ist, dort auch immer sehr wohl gefühlt. Doch seit Monaten hat die 85-Jährige ein großes Problem, wenn sie mit dem Aufzug in die Tiefgarage fährt, wo ihr Auto steht. Denn der Schließmechanismus der schweren Brandschutztür ist defekt.

"Bis zum Sommer konnte ich mit Hilfe eines Spezialschlüssels den elektrischen Türöffner betätigen, der ist aber seit Mitte Juli defekt", erzählt Hannelore Koerstgens. Und dann zeigt sie, wie unendlich schwer es ihr fällt, die Brandschutztür zu öffnen. Immer wieder muss sie hin- und herrangieren. Kaum zu glauben, dass sie es am Ende trotzdem irgendwie schafft. Ein unhaltbarer Zustand.

Das findet auch Heinz-Walter Baldowé, der als sachkundiger Bürger der CDU unter anderem im Ausschuss für Sicherheit und Verkehr sitzt. Seine Mutter, eine gute Freundin von Hannelore Koerstgens, hat ihm von den Problemen der alten Frau erzählt. Zuständig für die Seniorenwohnanlage ist Vermieter Bauverein. Auf den ist nicht nur Hannelore Koerstgens ("Ich habe das Gefühl, dass ich für die gar nicht existiere") derzeit gar nicht gut zu sprechen, sondern auch Heinz-Walter Baldowé. Denn, so sagt er: "Ich habe mit dem Bauverein Kontakt aufgenommen. Da heißt es, dass die alte Brandschutztür nicht mehr den neuen Vorschriften entspricht und eine neue eingebaut werden müsse."

Mehrfach habe er versucht, mit dem Prokuristen des Bauvereins Kontakt aufzunehmen. Doch erst beim vierten Male, so erzählt Heinz-Walter Baldowé, habe sich dieser gemeldet und so getan, als wisse er von der ganzen Geschichte nichts. "Dann allerdings hat er mir gesagt, die beauftragte Türbaufirma sei in Konkurs, und man müsse die Sache neu ausschreiben. Am 30. November soll alles fertig sein, hieß es." Passiert ist bislang aber nichts. Nun sollen die Arbeiten in der Woche vor Heiligabend durchgeführt werden. "Ich will mal behaupten, dass so kurz vor Weihnachten kein Handwerker kommt", sagt Heinz-Walter Baldowé und beklagt in diesem Zusammenhang das "fehlende Fingerspitzengefühl" beim Bauverein. "Da müsste eigentlich jemand mit einem Blumenstrauß vor der Tür von Frau Koerstgens stehen."

Bauvereins-Vorstand Anett Leuchtmann kennt den Fall, wenn auch nicht Hannelore Koerstgens persönlich. Ihr ist allerdings durchaus bewusst, wie groß das Problem für die Mieterin ist. "Die Tür ist eine Spezialanfertigung. Und die Firma hat uns mitgeteilt, dass sie zu Beginn der Weihnachtswoche eingebaut wird. Ich werde Druck machen, die Sache auf Wiedervorlage legen und nachhaken, ob alle Arbeiten korrekt ausgeführt wurden."

Angesprochen auf die Kritik von Heinz-Walter Baldowé am Bauvereins-Prokuristen sagt Anett Leuchtmann: "Ich muss sagen, dass ich nicht jedes operative Thema meiner Mitarbeiter kenne. Und ich muss darauf vertrauen, dass meine Führungskraft korrekt arbeitet." Und dann gibt sie zu, dass die ganze Sache "besser laufen könnte. Ich denke, dass wir uns noch bei Frau Koerstgens melden werden." Denn es sei beim Bauverein üblich, bei Dingen, die nicht optimal laufen, die Mieter zu besuchen und eine kleine Aufmerksamkeit - Blumen oder Pralinen - mitzubringen.

Quelle: RP
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