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Wesel
Delog-Schornstein: Ein Symbol des Wirtschaftswunders verschwindet

Wesel: Delog-Schornstein: Ein Symbol des Wirtschaftswunders verschwindet
Jahrzehnte überragte der Schornstein (r.) des Glaswerks mit dem markanten Löschwasser-Behälter auf halber Höhe alles und war eine weithin sichtbare Landmarke. Erst 1978 bekam der Dom (l.) wieder einen hohen Turmhelm. FOTO: Malz
Wesel. Vor fast genau 59 Jahren, am 15. April 1957, wurde das Weseler Zweigwerk der Deutschen Libbey-Owens-Gesellschaft für maschinelle Glasherstellung (Delog) feierlich in Betrieb genommen.

Der mächtige Schornstein überragte für Jahrzehnte alles und wurde zu einem Symbol des Wirtschaftswunders und des Wiederaufbaus der kriegszerstörten Stadt. In der Spitze waren gut 2000 Menschen bei der Delog beschäftigt, die später mehrfach neue Eigentümer bekam und zerteilt wurde. Nun geht auch die Ära des Schornsteins zu Ende. Er wird ab Montag, 4. April, abgebaut. Dies teilte die zur NSG Group gehörende Pilkington Holding GmbH aus Gelsenkirchen gestern mit.

Die Abrissarbeiten werden laut Pilkington drei Monate dauern. Der 80 Meter hohe Kamin aus der Zeit, als in dem Werk noch Glas für Fenster geschmolzen wurde, diente nur etwa 20 Jahre seiner ursprünglichen Bestimmung. Nach Stilllegung der Glaserzeugungsanlagen Mitte der 1970er Jahre wurde er für die zentrale Heizungsanlage eingesetzt. Der markante Behälter auf der halben Höhe des Schornsteins war bis vor drei Jahren noch als Löschwasserreservoir für Brandschutz im Werk in Gebrauch. Nach Modernisierung der Versorgungs- und Gebäudetechnik wird er nun nicht mehr genutzt. Die Entscheidung für den Abriss fiel laut Pilkington aus Sicherheits- und Kostengründen, da der Kamin sanierungsbedürftig sei und der Instandhaltungsaufwand hoch.

(fws)
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