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Niederrhein
Der Ausflug des Thorsten Albustin

Niederrhein: Der Ausflug des Thorsten Albustin
Thorsten Albustin FOTO: Fupa
Niederrhein. Der frühere Fußball-Bundesligaprofi hat seinen ersten Roman geschrieben. Von Bernd Vennemann

Thorsten Albustin ist Fußballer. Dreimal stand der Torhüter für den MSV Duisburg und Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga zwischen den Pfosten. Seine Profikarriere war nur von kurzer Dauer, doch er blieb im Geschäft, spielte weiter beim 1. FC Bocholt, SuS 09 Dinslaken, SV Schermbeck und SV Straelen. Später trainierte er die Torhüter bei Rot-Weiß Essen und im Nachwuchsbereich des FC Schalke 04, ehe er als Übungsleiter bei Rot-Weiß Selimiyespor Lohberg in Dinslaken sowie inzwischen beim Hamminkelner SV in der Bezirksliga an der Seitenlinie stand und steht.

Daneben hat der inzwischen 44-Jährige, der mal Lehrer werden wollte und dabei unter anderem Theologie studierte, sich als Buchautor versucht - und das mit Erfolg. Zunächst schrieb er ein reines Praxishandbuch, das sich mit seiner Kernkompetenz, dem Torwarttraining, befasst und bereits 2011 erschienen ist. Zuletzt erregte er bundesweit Aufmerksamkeit, weil sein autobiografisches Werk "Leben zwischen Fußball und Wahnsinn: Die Angst besiegen" vor allem den Absturz eines Menschen im harten Bundesliga-Geschäft zum Thema hatte. Von Interesse war vor allem der Zusammenhang mit dem Schicksal des früheren Nationaltorhüters Robert Enke, der sich bekanntlich das Leben nahm und mit dem Thorsten Albustin bei Borussia Mönchengladbach in einer Mannschaft stand.

Nun ist ein neues Buch auf dem Markt, das aber so gar nichts mit dem Fußball zu tun hat. "Fataler Reset. Eine verhängnisvolle Woche" heißt der Titel eines Romans, der von einem selbstverliebten New Yorker Topmanager, dessen Niedergang, Auferstehung und tragischem Ende handelt. Das Ekelpaket Jason Thunder kennt nur Erfolg, scheffelt Millionen für sich und seine riesige Firma und ist doch ein im Grunde einsamer Mensch. Beziehungen zu anderen lehnt er ab, eine einzige zu einer Frau sollte ihm später fast das Genick brechen.

Thorsten Albustin, der dieses Drama selbst als Gesellschaftskritik verstanden haben möchte, zeichnet eine typische Figur unserer vor allem auf Profit ausgerichteten Welt. Er verbindet dabei den Moloch Weltstadt mit der Einsamkeit einer Jagdhütte in der Bergwelt Colorados, in der sein Protagonist, von Wahnvorstellungen geplagt, wieder auf den Boden findet. Der Spannungsbogen ist von der ersten bis zur letzten Seite vorhanden. Vielleicht überdreht Albustin das tragische Ende etwas. Gelungen ist ihm sein Erstlingswerk auf jeden Fall.

Lesen kann man den Roman bei Amazon Kindle Unlimited

Quelle: RP
 
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