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Kreis Wesel
Der CDU-Wirtschaftsflügel feiert sich

Kreis Wesel: Der CDU-Wirtschaftsflügel feiert sich
Geburtstagsgäste: (v.l.) Heinz Lindekamp, Geschäftsführer der MIT im Kreis Wesel, die Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss, Dr. Carsten Linnemann, Bundesvorsitzender der MIT, Gründungsmitglied Karl Göllmann, Christian Strunk, MIT-Kreisvorsitzender, die Bundestagsabgeordnete Marie-Luise Dött sowie der Dinslakener MIT-Vorsitzende Dr. Hans-Rudolf Jürging. FOTO: Martin Büttner
Kreis Wesel. Im Jahr 1956 haben die Christdemokraten die CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) gegründet. Den 60. Geburtstag feierte die MIT im Kreis Wesel jetzt in Dinslaken. Der MIT-Bundesvorsitzende Dr. Carsten Linnemann kam zum Gratulieren. Von Jörg Werner

Sie verstehen sich als Hüter der Interessen des Mittelstands, den sie als Garanten für Deutschlands wirtschaftliches Wohlergehen sehen. Und sie schlagen immer dann Alarm, wenn sie diese Interessen verletzt sehen - auch und gerade, wenn sich ihre Partei in einer Koalition mit den Sozialdemokraten befindet und das, was sie für einen Markenkern christdemokratischer Politik halten, aus dem Blick zu geraten scheint.

An der Spitze der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU steht seit 2013 Dr. Carsten Linnemann. Der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete aus Paderborn, Buchhändlerssohn und Diplom-Volkswirt, beschreibt sich selbst als "kritischer Beobachter der Wirtschafts- und Sozialpolitik der Koalition" und hat auch keine Scheu sich gegen die Parteimehrheit zu stellen, etwa als er gegen die Euro-Rettungsstrategie für Griechenland stimmte. Der 38-Jährige ist eloquenter, gerngesehener Gast in Talkshows. Und er erwies sich dann auch als Festredner zum 60. Geburtstag der MIT im Kreis Wesel, den die im Dinslakener Autoland Elspass feierte, als die von den MIT-Vorsitzenden im Kreis Wesel, Christian Strunk, und in Dinslaken, Dr. Rudolf Jürging, erhoffte Idealbesetzung.

"Der Wirtschaft in Deutschland geht es gut", konstatierte Linnemann, um dann in einer Tour d'horizon durch die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft klar zu machen, dass das nur so bleiben werde, wenn die Politik die Lehren von Walter Eucken und Ludwig Erhardt nicht aus den Augen verliert und das die MIT die Aufgabe hat dafür zu sorgen, dass genau dies nicht passiert.

Die Gefahr sieht Linnemann schon. "Wir haben in Deutschland den besten Sozialstaat überhaupt." Aber das Wohlstandsversprechen früherer Jahre für den Mittelstand gelte nicht mehr. Wer Leistung bringe, dürfe nicht automatisch damit rechnen, dass sich das für ihn auszahle. Dies löse Ängste im Mittelstand aus, erklärte Linnemann und verband dies mit einer Mahnung an seine Partei und die Politik insgesamt.

Die Stimmengewinne der Alternative für Deutschland (AfD) sind für ihn ein Protest, den die etablierten Parteien ernst nehmen müssen. 75 bis 80 Prozent der AfD-Wähler kämen aus der Mitte der Gesellschaft. Diese Wähler wollten gar nicht, dass die Partei an die Regierung käme, aber sie wollten darauf aufmerksam machen, dass etwas im Land nicht stimmt. "Wer glaubt, das ignorieren zu können, wird scheitern", prophezeite der MIT-Bundesvorsitzende. Der Union gab er mit auf den Weg, dass sie sich wieder deutlich von anderen Parteien unterscheidbar machen müsse. Was er darunter versteht, hatte er zuvor mit seinem entschiedenen Plädoyer für die soziale Marktwirtschaft deutlich gemacht.

Die MIT im Kreis Wesel, die mit ihren rund 400 Mitgliedern zu den großen Mittelstandsvereinigungen im Land gehört, wie ihr Vorsitzender Christian Strunk stolz betonte, freute sich, wie der Applaus bewies, über den zusätzlichen Motivationsschub, den ihr ihr "Bundes-Chef" bereitete.

Quelle: RP
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