| 00.00 Uhr

Wesel
Der Erbonkel und seine Verwandtschaft

Wesel. Das Buchenstraßentheater Drevenack bietet beste Unterhaltung mit dem Stück "Das Geld in Onkel Georges Koffer". Alle Karten für die fünf Vorführungen sind ausverkauft. 2017 ist wegen des Lutherjahrs Spielpause im Gemeindehaus.

In Drevenack begann am Freitag wieder die Theatersaison. Wie jedes Jahr präsentiert das Buchenstraßentheater im Gemeindehaus einen ausgewählten Leckerbissen. Und wie jedes Jahr sind bereits alle Karten für die insgesamt fünf Vorstellungen ausverkauft.

In diesem Jahr wird "Das Geld in Onkel Georges Koffer" aufgeführt. Dabei geht es um den kauzigen George, der seine ganze Familie in seine Jagdhütte einlädt, um ihr etwas Wichtiges mitzuteilen. Und dabei handelt sich nicht um weitere Geschichten, wie er zu seinen Jagdtrophäen gelangte, wie die Verwandten zunächst vermuten. Viel mehr geht es um sein Erbe, doch niemand weiß, was er ihnen außer den ausgestopften Tieren vererben sollte. Neben dem unaufhörlichen Reden zählen zu Georges Eigenheiten außerdem ein furchtbar schlechtes Namensgedächtnis und die Eigenschaft, dass er komplett in der Vergangenheit zu leben scheint, was den Umgang mit ihm nicht einfacher macht: "Wenn er schläft, nähen wir ihm den Mund zu!"

Ab 19 Uhr trudeln nach und nach die Zuschauer ein. Vom Jugendlichen bis hin zum Senior ist alles vertreten. An einer kleinen Bar vor dem Saal gibt es Getränke, Brezeln und Würstchen erwerben. Kurz nach dem Läuten der Kirchenglocken geht es dann los. Alle Schauspieler wünschen sich noch schnell viel Glück, bevor es auf die Bühne geht.

Das Buchenstraßentheater lebt von seinen Darstellern. "Man merkt uns den Spaß an, deshalb macht es auch Spaß, zuzusehen", meint Claudia van Rissenbeck. Sie bezeichnet sich selbst als die "Spielleitung", die Leiterin des kleinen Ensembles. In diesem Jahr sind zwei neue Gesichter dabei. Eigentlich sind alle Erwachsene, aber nun spielt erstmals Bente Korthauer (12), Tochter eines Schauspielers, mit. Trotz anfänglicher Textunsicherheiten (oder gerade deswegen) wirkt das Stück authentisch und sympathisch und zieht die knapp 90 Besucher an diesem Abend in seinen Bann. Auch das Bühnenbild der Jagdhütte erntet viel Lob. Es ist vom Vater der Leiterin, dem Innenarchitekten Lutz Sühling, in liebevoller Kleinstarbeit entworfen und gebaut worden. Der Detailreichtum fasziniert, denn neben Holzelementen befinden sich auch alte Möbel, Gardinen, Geweihe und anderes darin. Alles sieht echt aus. Zum Einrichtungsstil haben Onkel Georges Verwandte auch eine Meinung: "Es ist wie in einem toten Zoo hier! Über unserem Bett hängt eine Eule, der fehlt ein Auge - bestimmt spielt er damit Murmeln!"

Mindestens zehn Monate im Voraus beginnt die Gruppe. "Erstmal zum lockeren Lesen, und je näher das Stück rückt, desto ernster wird es", erzählt Claudia van Rissenbeck. Leider wird die Gruppe ein Jahr pausieren, denn 2017 ist Lutherjahr und das Gemeindehaus mit Veranstaltungen blockiert. Schon jetzt war es nicht einfach, hier zu proben. "Alles wurde renoviert und wir sind hier mit unserem ganzen Zeug eingezogen", erzählt die Leiterin. "Aber das ist ein gutes Beispiel dafür, was miteinander möglich ist. Wir sind froh, dass die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde so gut funktioniert." So wird der Erlös unter anderem der Kirche zugutekommen. Außerdem geht ein Teil an den Förderkreis Jugend-Schule-Sport und den evangelischen Kindergarten.

(MH)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wesel: Der Erbonkel und seine Verwandtschaft


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.