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Wesel
Der Hauskoch steht seit 40 Jahren am Herd

Wesel. Sein Beruf ist seine Leidenschaft: Hauskoch Ulrich Lütke (56) beliefert Schulen, Kindergärten und andere Einrichtungen. Und er bildet aus. Von Felix Paus

Wenn Ulrich Lütke anfängt, über seine große Leidenschaft zu reden, gerät er ins Schwärmen. Er reißt seine Augen auf, bewegt wild seine Hände, seine Körpersprache macht nach wenigen Sekunden klar: Die Begeisterung für seinen Beruf als Koch ist auch heute noch riesengroß. Vor 40 Jahren hat der damals 16-Jährige seine Lehre im Sauerlandstern in Willingen begonnen. Heute ist er "Der Hauskoch" in Wesel und beliefert mit seinem Betrieb Schulen, Kindergärten und andere Einrichtungen mit Mahlzeiten.

2000 hat er sich selbstständig gemacht. "Dieser Schritt musste sein. Ich will selbst die Verantwortung tragen", sagt der 56-Jährige, der am 1. August seinen neuen Auszubildenden begrüßt hat. "Das war ein besonderer Moment für mich. Ich habe vor 40 Jahren mal genau so angefangen", so Lütke. "Ich habe zu Hause gern gekocht und wollte immer Koch werden", sagt Azubi Sebastian Smyk (16). Sein Lehrmeister fand den Weg zum Koch nicht ganz so direkt. "Ich wollte erst zur Polizei, hatte aber zu schlechte Augen. Da ich immer gerne Schnitzel für meine Mutter gemacht habe, schlug mein Vater mir vor, Koch zu werden", erklärt der Hauskoch. An seinen Lehrherrn kann er sich noch gut erinnern. "Er war sehr nett." Sein erstes Gericht war ein Tomaten-Concassé. "Eigentlich total einfach. Aber ich war stolz wie Oskar", sagt er. In seiner Ausbildung lernte er noch einen anderen Meister kennen. Ein Österreicher. "Ich werde nie vergessen, wie er den Kaiserschmarrn gemacht hat. Da kam es auf die Details an."

Nach Lehre und Zivildienst zog es ihn nach Berlin. Ins Hilton, dann ins Kaufhaus KaDeWe. Später stand er in Düsseldorf im Interconti und Maredo am Herd. Von der Luxushotellerie wechselte er in die Systemgastronomie in die VEW-Kantine in Dortmund. Das Richtige hatte er immer noch nicht gefunden. Dann wurde er Koch im Altenheim in Voerde. "Ein wichtiger Schritt. Mein Essen musste jungen Mitarbeitern und alten Bewohnern schmecken. Eine Herausforderung."

Seit der Jahrtausendwende macht er sein eigenes Ding. Heute hat der Hauskoch seine Großküche in der Phillip-Reiß-Straße in Wesel. Dort geht es deutlich ruhiger zu als in den Küchen der Hotelketten. "Der Ton war rau, da brauchte man ein dickes Fell", erzählt der Meister, der auf solide bürgerliche Küche setzt. Saisonal, regional und frisch. Ulrich Lütke hat kein Lieblingsgericht: "Ich esse alles gern." In einigen Jahren will er den Betrieb an Tochter Mara weitergeben. Sorgen macht er sich keine. "Gegessen wird immer", sagt Lütke, während aus seinen Augen die Begeisterung spricht.

Quelle: RP
 
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