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Hamminkeln
Der Streit um Bauprojekte geht weiter

Hamminkeln: Der Streit um Bauprojekte geht weiter
Die Baupläne für die Erweiterung des Rewe-Supermarktes an der Raiffeisenstraße sehen vor, dass der Parkplatz vor dem Markt zugunsten von Verkaufsfläche weicht. FOTO: Ekkehart malz
Hamminkeln. Neue Gespräche im Rathaus: Die Pläne für die Raiffeisenstraße bleiben bestehen. Jedenfalls liegt kein Änderungsantrag vor. Die Baugenehmigung für den erweiterten Rewe-Markt wird wohl früher erteilt als der für Hamminkelns neue Mitte. Von Thomas Hesse

Nach aktuellen Gesprächen in einer Serie von Verhandlungsterminen zwischen Verwaltung und Investoren kündigt sich keine Neuausrichtung bezüglich Volumen und Höhe der Bauvorhaben an der Raiffeisen- und Blumenkamper Straße an. Das resultiert auch daraus, dass kein Änderungsantrag vorliegt, der die öffentliche Kritik an der Gestalt der beiden Projekte mit Einzelhandel (unter anderem dm-Markt), Praxen und Wohnungen in Hamminkelns Mitte aufnimmt. Angesichts der Nähe zur nächsten Sitzung des Planungsausschusses am 20. April und der Osterferien-Pause sinkt der zeitliche Spielraum für ein abgespecktes Bauvolumen. Rathaus-Cheftechniker Thomas Dreier geht deshalb davon aus, dass es bei den beantragten und politisch bisher mehrheitlich akzeptierten Größenordnungen bleibt. Gleichzeitig läuft die Bearbeitung des Bauantrags, um den Rewe-Markt auf die aktuell geforderte Größenordnung erweitern zu können. Die Parkplätze vor dem Supermarkt an der Raiffeisenstraße würden zugunsten von Verkaufsfläche verschwinden und überbaut. Dreier meinte dazu, dass die Genehmigung wohl früher ausgesprochen werde als die Entscheidung über die lange ersehnte Bebauung der Brachfläche falle.

Als Gesamtpaket Rewe/Neubebauung wurde der Komplex Raiffeisenstraße nie öffentlich politisch debattiert. Im Brennpunkt standen stets die Pläne für das repräsentative Haus an der Ecke Blumenkamper-/Raiffeisenstraße, das Geschäfts- und Wohnhaus im hinteren Bereich der Raiffeisenstraße sowie die Größenordnung des Parkplatzangebots. Wohl kam der gesamte, erweiterte Einzelhandelsstandort bei der Verkehrsplanung zur Sprache. Dreier sagte, dass Gehweg und Querungen neu berücksichtigt wurden, der Parkplatzbedarf für die geplanten Veränderungen insgesamt begutachtet und für ausreichend befunden wurden. In der Tat haben Verkehrs-Experten gegutachtet, dass das Stellplatzangebot ausreicht und nur an den starken Einkaufstagen Freitag und Samstag eng werden könnte. Hieran haben Kritiker Zweifel.

Doch im Kern geht es ihnen darum, das Ausmaß der geplanten Körper zu reduzieren und aus ihrer Sicht dorfangepasster zu machen. Allerdings gibt es bereits Gebäude in der Hamminkelner Mitte, die die Höhe der neuen Projekte fast erreichen. Dreier rechnet vor, dass wesentliche Änderungen - etwa ein Geschoss weniger - seitens der Investoren ein neues Verfahren mit Offenlage auslösen und damit das Vorhaben verzögern würde. Da niemand weiß, ob und welche vertraglichen Vereinbarungen für die neuen Einzelhandelsstandorte geschlossen worden sind, ist unklar, ob Verzögerungen überhaupt machbar wären. Den Gepflogenheiten der Branche würden klare Terminregelungen mit Investoren jedenfalls entsprechen.

Die Verwaltung besetzt eine zwiespältige Rolle. Der Cheftechniker betont die der Genehmigungsbehörde, die den Abwägungsprozess leitet und den "vorhabenbezogenen Bebauungsplan" so bearbeitet, dass er politisch entscheidungsreif wird. Bürgermeister Bernd Romanski meinte zuletzt, dass man 250 Protest-Unterschriften nicht ignorieren solle und die Anwohner mitnehmen müsse. Selbst wenn keine Veränderungen für Planungsausschuss und Rat vorliegen, heißt das nicht, dass das Ende der Debatte erreicht ist. Denn der abschließende Satzungsbeschluss ist beklagbar. Und zu den Einwendern zählt bereits ein Rechtsanwalt, der im Auftrag mehrere Seiten lang Bedenken zusammengetragen hat. CDU-Planungsexpertin Anneliese Große-Holtforth sagt, man habe Kompromisse gemacht und auf Einwände gehört.

Quelle: RP
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