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Mit Markus Stockhausen
Der Trompeter, der die Zuhörer berühren will

Wesel. Das Duo Landscapes - Stockhausen und Snétberger - spielt am Eröffnungstag des Sommerton-Festivals in Diersfordt.

WESEL Im Spannungsfeld zwischen Komposition und Improvisation bewegt sich Markus Stockhausen mit seiner Musik. Mit dem Gitarristen Ferenc Snétberger tritt er als Duo Landscapes beim Sommerton-Festival am Schloss Diersfordt am Freitag, 26. August, auf. Als Trompetensolist, Improvisator und Komponist ist er im Jazz genauso zuhause wie in der zeitgenössischen und der klassischen Musik. Stockhausen zählt zu den vielseitigsten Musikern unserer Zeit. Er ist Sohn des Komponisten Karlheinz Stockhausen (1928 bis 2007), mit dem er oft konzertierte. Thomas Hesse sprach mit ihm.

Haben Sie schon mal in Wesel oder in der Niederrhein-Gegend gespielt?

Markus Stockhausen Ja, ich gab bereits mehrmals Konzerte im Kloster Bentlage in Rheine, dann auch in Kleve und Bocholt. Die Besetzung Gitarre und Trompete ist außergewöhnlich.

Wie haben Sie und Ferenc Snétberger sich kennengelernt? Was verbindet Sie musikalisch?

Stockhausen Ferenc rief mich einfach eines Tages an, das war 1999. Er hatte von mir gehört. Dann besuchte er mich, und wir komponierten sofort drei Stücke gemeinsam für die CD "For My People", die wir bereits am nächsten Tag aufnahmen. Das gelang so gut, dass wir fortan als Duo auftraten. Uns verbindet beide eine ähnliche Auffassung von Klangästhetik, Spielkultur, Jazzgefühl, Melancholie und Musizierlaune. Unsere weiteren CDs "Joyosa" und "Streams" sind schöne Zeugnisse davon.

Eine sicher oft gestellte, aber nötige Frage an den Sohn des Komponisten Karlheinz Stockhausen: Welchen Einfluss hatte Ihre Familie auf Ihren musikalischen Werdegang?

Stockhausen Das stimmt, diese Frage wurde mir oft gestellt. Ich bin glücklich, Sohn eines so besonderen Musikers zu sein. Ich lernte sehr viel von ihm. Meine intensive Zusammenarbeit mit ihm begann sofort nach der Schulzeit und währte 25 Jahre lang. Er komponierte viele Stücke für mich und ließ mich Dinge spüren und erkennen, die ich so nie wieder erlebt habe.

Sie sind ein muskalischer Grenzgänger und sprechen oft von "Intuitiver Musik". Wie grenzen Sie diesen Begriff von der Jazz-Improvisation ab?

Stockhausen Mit Ferenc spiele ich keine Intuitive Musik, auch wenn unsere Improvisationen oft intuitiv inspiriert sind. Aber ich verwende diesen Begriff für eine ganz freie Musik, die komplett im Moment entsteht und keinerlei Absprachen oder stilistische Festlegung vorausplant.

Welche Rolle hat Spiritualität bei Ihrem musikalischen Schaffen?

Stockhausen Es ist ein Grundgefühl, das mein ganzes musikalisches Wirken durchzieht. Ich mag keine oberflächliche Musik spielen, die nur unterhalten oder beeindrucken will. Ich wünsche mir immer, dass die Zuhörer tiefer berührt werden, im Seelischen, so dass sie nach Hause gehen und noch lange die Musik und das Erlebnis in sich tragen.

Ihr Konzert in Diersfordt wird in einem Zelt stattfinden. Welche Rolle spielen der besonderer Raum und das Publikum für Ihren Auftritt?

Stockhausen Instinktiv passt man sich als Musiker den äußeren Gegebenheiten an. Manche sind der Musik zuträglich, in anderen Situationen gibt es störende Faktoren. Das weiß man vorher nicht so genau. Es liegt im Interesse des Veranstalters, für Musiker und Publikum die bestmöglichen Bedingungen für ein gelungenes Konzert herzustellen.

Quelle: RP
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