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Wesel
Die Bärenschleuse ganz neu entdecken

Wesel: Die Bärenschleuse ganz neu entdecken
Technik und Natur: Erst seit 2003 bereichert die Fischtreppe das geschichtsträchtige Kulturdenkmal Bärenschleuse. FOTO: Jana Bauch
Wesel. Stadtführer Bernd von Blomberg hat wieder einen besonderen Spaziergang entwickelt. Start ist morgen am Lauerhaas. Von Fritz Schubert

Für die Kinder aus der Nachbarschaft war sie über Generationen das natürliche Lehrschwimmbecken. Knirpse aus der Stadt lernten sie zum Beispiel als Ausflugsziel kennen, das bei glücklich absolviertem Fußmarsch eine Limo verhieß: die Bärenschleuse. Aber warum heißt sie so? Und wozu diente sie? Was ist da heute los? Dies alles und noch viel mehr erfahren Teilnehmer eines neuen Gangs durch spannende Abschnitte der Geschichte Wesels und seiner nordöstlichen Bauernschaften Obrighoven und Lackhausen. Stadtführer Bernd von Blomberg hat ihn mal wieder mit viel Archivarbeit für Wesel-Marketing entwickelt. Am Samstag, 22. April, ist Premiere. Um 16 Uhr geht es los. Treffpunkt für Interessenten, die sich noch unter Tel. 0281 24498 anmelden können (Kosten: sechs Euro), ist die ehemalige Gaststätte Am Lauerhaas an der Brüner Landstraße 180.

Hier wartet von Blomberg zunächst mit Informationen zu unmittelbar Sichtbarem auf: Das sind der Lauerhaas selbst, das frühere Bürgermeisteramt, die Molkerei, die Bäckerei Wickum (heute Taetz) sowie weitere prägende Gebäude wie die Güter Ruhhof und Sorgvliet. Und nicht zuletzt die Lackfabrik mit ihrer hochinteressanten Historie.

Durch den Wald geht es am ehemaligen Isselkanal entlang Richtung Schleuse, die eng mit Wesels Stadt- und Festungsgeschichte zusammenhängt. Schon um 1300 ist die Altstadt mit Graben, Wall und Palisaden umgeben. Besagter Graben benötigte Wasser, das aufgrund der Topographie nicht aus dem Rhein oder der Lippe zu gewinnen war. Also wurde schon im 14. Jahrhundert die von Raesfeld kommende, in die Ebene strebende Issel angezapft. Erst entlang der rechten Seite der heutigen Brüner Landstraße, nach dem Schwan dann auf der linken konnte das für den Verteidigungsfall wichtige Isselwasser bis zum Grabensystem gelenkt werden, das etwa am heutigen Alten Friedhof (Caspar-Baur-Straße) erreicht wurde.

Auf dem Gang zur Schleuse berichtet Bernd von Blomberg weiter über Markantes um Wegesrand wie Gut Isselhorst und Gut Funder sowie schließlich über das nach der Bärenschleuse benannte und gut 150 Jahre betriebene Lokal, das seit 1991 privat genutzt wird. Wenig später wird natürlich auch das Kulturdenkmal Schleuse selbst erreicht, an dem in jüngster Vergangenheit eine Fischtreppe angelegt worden ist. So ist das Ziel auch heute noch eine Attraktion besonders für die Jüngsten, weil sie hier spielerisch Biologieunterricht in der Natur erleben können.

Die abwechslungsreiche Wanderung dauert etwa eineinhalb Stunden und wartet auch auf ihrer Schlussetappe über die Wurmflakstraße noch mit ein paar Abstechern in die Geschichte auf. Gestreift wird zum Beispiel die alte Lauerhaas-Grundschule von 1684. Und vielleicht wird am Ende auch klar, woher die Bärenschleuse ihren Namen hat.

Quelle: RP
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