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Kreis Wesel
Die Baubranche boomt im Kreis Wesel

Kreis Wesel. Die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt warnt aber auch vor einem steigenden Unfallrisiko.

Bauarbeiter aus dem Kreis Wesel haben alle Hände voll zu tun: Die Branche brummt. Allein im vergangenen Jahr wurden im Kreis 1295 neue Wohnungen gebaut - 45 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG Bau beruft sich hierbei auf Zahlen des Statistischen Bundesamts. Nach Beobachtung der Gewerkschaft steigt mit der Zahl der Aufträge aber häufig auch die Unfallgefahr. "Gerade jetzt zum Winteranfang müssen viele Projekte fertig werden. Dieses Turbo-Bauen führt zu enormem Stress für die Beschäftigten", sagt Gewerkschafterin Karina Pfau. Allzu oft drohe der Arbeitsschutz dem Termindruck zum Opfer zu fallen. Die IG Bau Duisburg-Niederrhein fordert die heimischen Bauunternehmen auf, die Arbeitssicherheit nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. "Wer in einer Höhe von fünf Metern oder mehr auf einer Leiter arbeitet, der riskiert eine Menge. Besser ist da ein Gerüst - auch wenn es den Chef mehr kostet", sagt Pfau.

Die Unfallzahlen in der Branche seien nach wie vor zu hoch, sagt die IG-Bau-Bezirksvorsitzende: Rund 21.800 meldepflichtige Arbeitsunfälle auf Baustellen in NRW registrierte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung 2016. Ein weiteres Problem: Auf vielen Baustellen fehlt es an Fachkräften, die sich um den Arbeitsschutz kümmern - obwohl dies die Baustellenverordnung vorschreibt. Gerade bei Subunternehmern, die Bauarbeiter aus dem Ausland beschäftigen, suche man in der Regel vergebens nach qualifiziertem Personal. Dass ein besserer Arbeitsschutz die Baukosten in die Höhe treibt, hält Karina Pfau für ein "fadenscheiniges Argument". Die deutsche Bauwirtschaft verzeichne seit Jahren steigende Umsätze - allein im ersten Halbjahr 2017 lag das Plus laut Bundes-Statistik bei über sechs Prozent. "Wer volle Auftragsbücher hat, bei dem muss die Gesundheit seiner Beschäftigten ganz oben auf der Liste stehen. Denn viele Unfälle lassen sich etwa durch Schutzbrille und Helm vermeiden. Aber auch durch die Fortbildung für Mitarbeiter", so Pfau.

Quelle: RP
 
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