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Niederrhein
"Die Blechtrommel" auf der Bühne

Niederrhein: "Die Blechtrommel" auf der Bühne
Am 11. März gastiert das Schauspiel Frankfurt mit einer Bühnenadaption von Günter Grass' Welterfolg "Die Blechtrommel". Dabei ist nur Nico Holonic auf der Bühne zu sehen. FOTO: Birgit Hupfeld
Niederrhein. Das Programm für das Theatertreffen zu den Duisburger Akzenten steht. Es beschert unter anderem Gastspiele aus Frankfurt, Hannover und Wien. Duisburgs Schauspiel-Intendant führt Regie bei Ingrid-Lausund-Stück. Von Peter Klucken

Zehn Produktionen an 14 Spieltagen kann man beim Theatertreffen zu den Duisburger Akzenten vom 27. Februar bis zum 13. März 2016 erleben. Einige Stücke fügen sich eng in das Motto der Kulturwochen "Nah und fern - 300 Jahre Duisburger Hafen" ein, bei anderen Produktionen liegt der Bezug nicht ohne Weiteres auf der Hand. Dazu gehört das Konzert der Chris-Barber-Band, die zusammen mit den Duisburger Philharmonikern am 2. März das Publikum ins Stadttheater lockt.

Duisburgs Schauspiel-Intendant Michael Steindl ist es gelungen, wieder einmal ein interessantes Programm fürs Theatertreffen zusammenzustellen. Den Auftakt macht am 27. Februar das vergleichsweise unbekannte Stück "Leas Hochzeit" von Judith Herzberg. Lea und ihre Eltern Ada und Simon sind Überlebende der deutschen Judenverfolgung in den Niederlanden. Jetzt wird Leas dritte Hochzeit gefeiert, was den bekannten Vergleich der Ehe mit dem Hafen ironisch in Frage stellt.

Auf der Hochzeitsfeier kreuzen sich alte und neue Beziehungen, familiäre und freundschaftliche Zusammenhänge, Erinnerung und Gegenwart. Judith Herzberg entfaltet mit hintergründigem Humor ein feines Gewebe flüchtiger Begegnungen und Gesprächsfetzen. Der Holocaust, den die niederländische Autorin wie ihre Figuren überlebt hat, bildet dabei das "traumatische Hintergrundrauschen der Geschichte". Am Tag darauf zeigt das Ensemble "Familie Flöz" noch einmal sein Stück "Haydi!", das bereits im April hier zu sehen war. Allerdings wurde die Inszenierung nochmals überarbeitet, sagte Steindl gestern. Die Masken spielen wieder eine etwas größere Rolle als bei der Premiere. In der RP-Kritik hieß es damals: "Die Pointe der Inszenierung besteht darin, dass die banale Beamtenwelt und das tragische Schicksal der Flüchtlingsfamilie zusammengeführt werden. Das gelingt auf beeindruckende, tief berührende Weise." Gleich vier Bühnenbearbeitungen von bedeutenden Romanen sind beim Duisburger Theatertreffen zu erleben: Zum einen zeigt das Deutsche Theater Berlin am 29. Februar und am 1. März eine Dramatisierung von Anna Seghers Roman "Transit". Die Berliner Zeitung bezeichnet die 100-minütige Aufführung, bei der nur zwei Darsteller und ein Musiker mitwirken, als "starken Theaterabend".

Am 4. März ist noch einmal Philipp Hochmair in "Amerika" nach dem Roman von Franz Kafka im Duisburger Theater zu erleben, diesmal nicht im Foyer, sondern im Großen Haus.

Am 6. und 7. März (Sonntag und Montag) ist einer der bekanntesten Antikriegsromane der jüngeren Weltliteratur als Bühnenstück im Duisburger Theater zu sehen: Das Schauspiel Hannover präsentiert "Im Westen nichts Neues" nach dem Roman von Erich Maria Remarque. Und am 11. März gastiert das Schauspiel Frankfurt mit einer Bühnenadaption von Günter Grass' Welterfolg "Die Blechtrommel". Dabei steht nur ein Schauspieler, nämlich Nico Holonics, auf der Bühne. Und wieder einmal konnte zu einem Akzente-Theatertreffen das berühmte Wiener Burgtheater engagiert werden, das diesmal in Duisburg mit Shakespeares "Sturm" gastiert (12. März).

Quelle: RP
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