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Wesel
Die ersten zwei Hausboote sind da

Wesel: Die ersten zwei Hausboote sind da
FOTO: Malz Ekkehart
Wesel. Familie Dingebauer investiert kräftig in die sanfte Tourismus-Entwicklung am Diersfordter Waldsee. Von Fritz Schubert

Landwirt Volker Dingebauer ist frühes Aufstehen gewohnt. 70 Milchkühe wollen versorgt sein, außerdem wird auf dem 60-Hektar-Hof am Diersfordter Waldsee noch Getreide angebaut. Gestern aber ging es besonders zeitig aus den Federn. Um 2 Uhr informierten Bekannte die Familie, dass sie auf der B 8 einen großen Konvoi gesichtet hatten. Das war der Auftakt zu einem arbeitsreichen Tag, mit dem für die Dingebauers ein Traum in Erfüllung geht. Seit 2007 hatten sie sich bemüht, Hausboote für Feriengäste vor ihrer Hoftür am Schüttwich auf den Waldsee legen zu dürfen. Nun rollten die ersten zwei Exemplare an.

Gegen Mittag war die Operation Haus-Wasserung auf einer Anlage der Kiesfirma Holemans voll im Gange. Eins lag schon auf dem See, das zweite war gerade mit seinem Ponton verbunden worden, hing am Haken eines Autokrans und schwebte überm Ufer. Von dem zunehmend saumäßigen Wetter bekam Volker Dingebauer kaum was mit. Angespannt beobachtete er, wie die Komponenten des wirtschaftlich künftig zweiten Standbeins Gestalt annahmen. Auch für die Monteure aus Tschechien, wo die Häuser gebaut wurden, war es eine Premiere. Bisher nur fürs Land gedacht, gingen die Konstruktionen nun erstmals zu Wasser. Dort kurvten bereits Klaus Dick und Gerd Steinling mit einem Boot herum, um die Pontons zu verholen und am Ende des Tages quer über den See zu den Dingebauers zu schleppen.

Die schwimmenden Urlaubsparadiese kamen fast komplett eingerichtet an. "Es fehlen nur noch Lattenroste, Matratzen und Handtücher", sagte Dingebauer. Der 56-Jährige und seine Frau Dorothee (51), die drei Kinder im Alter von 14, 16 und 18 Jahren haben, investieren kräftig in die sanfte Tourismus-Entwicklung am Waldsee. Gut 175.000 Euro kostet ein Hausboot. Zehn sollen es werden. Macht unterm Strich mit Infrastruktur und allem Drum und Dran rund zwei Millionen Euro. Die weiteren Hausboote sind in der Genehmigungsphase.

"Wir wollen langsam reinwachsen", sagt Volker Dingebauer. Die Homepage Hausboot-Niederrhein GmbH & Co. KG ist erst seit einer Woche online. Aber erste kleine Buchungen liegen schon vor. In der Nebensaison geht es mit 149 Euro pro Tag los, in der Hauptsaison werden 200 fällig, über Weihnachten und Neujahr 240. Geboten werden dafür 50 Quadratmeter Wohnfläche mit zwei Schlafzimmern, eine 50 Quadratmeter große Frontterrasse, ferner eine umlaufende Terrasse, Spülmaschine, WLAN, offener Kamin und nicht zuletzt 20 Meter Abstand zum nächsten Hausboot. Außerdem Natur pur. Im Winter kommen die sibirischen Gänse bis ans Fenster. www.hausboot-niederrhein.de

Quelle: RP
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