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Wesel
Die Fassade bekommt ihre Gesichter

Wesel: Die Fassade bekommt ihre Gesichter
FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Wesel. Rathausinitiative legt Plan für Installation der ersten vier Skulpturen vor. Gerüstaufbau läuft. Fest am 6. Dezember. Von Fritz Schubert

Die ersten vier Figuren für die rekonstruierte Rathausfassade am Großen Markt warten in Mülheim bei der Firma Lehmkuhl auf ihren Abtransport nach Wesel. Wie berichtet, sollen sie bis zum Adventsmarkt Ende November installiert sein und am 6. Dezember mit einem Fest ab 16 Uhr offiziell übergeben werden. Pünktlich zum Start für den Aufbau des freistehenden Gerüsts legten die Bürgerinitiative (BI) um den stellvertretenden Vorsitzenden Klaus Schoch und die Bürgerstiftung Historisches Rathaus gestern den Ablaufplan vor.

Demnach geht es am Montag, 2. November, mit dem Einrichten der Baustelle los. Das Einmessen für die erste Figur findet am Mittwoch statt. Es wird das Standbild für Herzog Adolf I. von Kleve-Mark (2.v.l.) sein, das am Donnerstag kommender Woche bereits gesetzt werden und am Freitag seinen Baldachin bekommen soll. Beide Teile sind jeweils etwa 1,80 Meter hoch. Kaiser Karl der Große (3.v.l.), der heilige Willibrord (Mitte) und Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg (r.) werden folgen. "Wenn alles gut läuft, werden die vier Figuren am 19. oder 20. November stehen", sagt Richard Wolsing von der BI. Das sollten sie auch, denn dann werden bereits der Weihnachtsbaum und die Buden für den Adventsmarkt Ende November aufgebaut.

Heide Peisert, Rolf Oppenberg, Richard Wolsing und Klaus Schoch stellten das Vorhaben vor. FOTO: Malz

Die bei Lehmkuhl nach geradezu detektivischer und kunstgeschichtlich anspruchsvoller Recherche (RP berichtete mehrfach) aus Steinmehl gegossenen Figuren werden von der Firma Bennert platziert. Deren Experten hatten bekanntlich die Fassade errichtet und leisteten jetzt auch die Steinmetzarbeiten für die kunstvollen Baldachine. So aufwendig das Fertigen der Gussformen auch war - schließlich gab es nur ganz wenig brauchbares Bildmaterial zu den 1945 zerstörten Originalen, so wertvoll sind diese jetzt. Sollte beispielsweise Ersatz nötig werden, kann auf die Model zurückgegriffen werden. Außerdem, so Heide Peisert, Baubeauftragte der Stiftung, seien die gegossenen Figuren leichter als aus Stein gehauene, unempfindlicher gegen Taubendreck und sie bekämen keine Lagerungsrisse.

Die Gussmethode gilt als bewährt und ist heute weit verbreitet. Beispiele gibt's am Bamberger Dom und am Xantener (Kreuzigungsgruppe). Mit Haken und Öse werden die Figuren verankert, damit sie etwas Spiel haben, sich vertikal bewegen können, sagte Baubeauftragter Rolf Oppenberg.

Inklusive Anbringen und Gerüstkosten kommt eine Figur auf gut 70.000 Euro. Gleich zwei - Kaiser Karl und Herzog Adolf - stiftete ein Weseler Bürger allein, die Mittel für die beiden anderen kamen durch viel kleine und große Beträge zusammen. Weiter gesammelt wird für Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (l.), König Rudolf I. von Habsburg (5.v.l.) und Graf Dietrich VIII. von Kleve (6.v.l.).

Infos unter Telefon 0281 27337 und www.historisches-rathaus-wesel.de

Quelle: RP
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