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Euregio Rhein-Waal Und RP präsentieren: Die Wissensallianz (11)
Die Kammern als starke Partner

Euregio Rhein-Waal Und RP präsentieren: Die Wissensallianz (11): Die Kammern als starke Partner
Stefan Finke vom Fachbereich Bildung und Technologie der IHK FOTO: MARKUS VAN OFFERN
Wesel. Sie sind in beiden Ländern die Klammer zwischen den Hochschulen und den kleinen und mittleren Industriebetrieben: die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve und die Kamer van Koophandel. Von Matthias Grass

In der Vollversammlung der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer (IHK) setzt man auf die Fortsetzung der gerade eingerichteten "Wissensallianz Rhein-Waal": Hier war bereits von "Wissensallianz 2.0" mit Blick auf die Interreg-V-Programme die Rede. Man wolle das Wissenspotenzial verstärkt transparent nutzen, um Türen zu öffnen, sagt Dr. Wolf-Eberhard Reiff, Geschäftsbereichsleiter Bildung und Technologie bei der Niederrheinischen IHK Duisburg-Wesel-Kleve. Deshalb sei man sicher, dass diese Wissensallianz weiterlaufen werde und auch fortlaufend genutzt werden wird. Bei der Industrie- und Handelskammer hat man inzwischen auch eine halbe Stelle eingerichtet, die niederländische Betriebe beraten wird. "Wir unterstützen damit die Kamer van Koophandel, die andere Strukturen hat als wir", sagt Reiff. Damit könne die Schwesterkammer in den Niederlanden an die IHK in Duisburg verweisen.

Für die niederländische Wirtschaft ist die Kamer van Koophandel (KvK) der erste Ansprechpartner bei Fragen zum Einzelhandel, zum Webshop oder zur Suche nach neuen Absatzmärkten. Sie gibt aber auch sogenannte EG-Erklärungen ab. Dabei handelt es sich um Genehmigungen auf der Grundlage niederländischer Zertifikate und Berufserfahrung, die für bestimmte Branchen erforderlich sind, wenn sie in Deutschland arbeiten wollen, erklärt KvK-Chefberater André Rutten. Die KvK unterhalte enge Beziehungen zu ihren deutschen Partnern auf der anderen Grenzseite - der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer, sagt Rutten. Deshalb sei es von Vorteil, wenn sich niederländische Unternehmen über die KvK an eine dieser Einrichtungen wenden können.

Ein Netz, das auch der Wissensallianz hilft. "Die Hochschulen brauchen einen starken Partner aus der Wirtschaft, der hilft, auch die kleineren und mittleren Betriebe einzubinden", sagt Wolf-Eberhard Reiff. Die Kammer vertritt die Interessen von rund 61 000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Duisburg sowie den Kreisen Kleve und Wesel. Der Bereich der Industrie- und Handelskammer umfasst eine Region, in der rund 1,3 Millionen Menschen leben.

Für die IHK ist die Beziehung zwischen Wissenschaft und Industrie keine Einbahnstraße, sagt Stefan Finke vom Fachbereich Bildung und Technologie der IHK. Der Professor oder der Student könne sich an die IHK wenden, ebenso, wie die IHK gemeinsam mit der Hochschule Rhein-Waal und der Universität Duisburg-Essen Veranstaltungen organisiert, auf denen Unternehmen neueste technische Entwicklungen vorgestellt werden, fügt Wolf-Eberhard Reiff an.

Von der Wissensallianz versprechen sich beide, dass der Weg über die Grenze einfacher werden wird. Das sei angebracht, schließlich haben auch die niederländischen Bildungseinrichtungen ihr ganz spezifisches Know-how. Finke: "Für einen Unternehmer aus Emmerich beispielsweise liegen die Niederlande direkt vor der Tür. In Zukunft hoffen wir, das Potenzial auf beiden Seiten der Grenze noch besser nutzen zu können".

Beiderseits der Grenze weiß man, dass schon der Austausch mit den Studenten, die in den Firmen arbeiten oder ihre Projekte umsetzen, sehr fruchtbar ist. "Das bringt in der Regel frische Ideen in die Betriebe", sagt Reiff. Für beide Kammern gehört der frühe Austausch zwischen Wirtschaft und Hochschule zur Grundlage für eine innovative Grenzregion der Euregio Rhein-Waal. Letztlich, sinniert Reiff, betreibe man mit der Wissensallianz und dem Einsatz der Interreg-Mittel über die Grenze hinweg klassische, gute Wirtschaftsförderung, von der alle Seiten profitieren werden.

Quelle: RP
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