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Wesel
Die neue Chefin im Weseler Finanzamt

Wesel: Die neue Chefin im Weseler Finanzamt
FOTO: Malz
Wesel. Kordula Gall aus Dinslaken steht seit 1. Januar an der Spitze der Behörde, in der knapp 170 Mitarbeiter beschäftigt sind. Von Klaus Nikolei

Nein, sagt Kordula Gall, die neue Leiterin des Wesel Finanzamtes, noch kenne sie nicht alle 150 Mitarbeiter der Behörde mit Namen. "Aber ich arbeitete dran", sagt sie lächelnd. "Ich bin ja auch erst seit dem 4. Januar in Wesel." Aber schon jetzt kann die langjährige Chefin des Dinslakener Finanzamtes mit Fug und Recht behaupten, dass sie sich an ihrer neuen Wirkungsstätte wohlfühlt. "Ja, ich bin angekommen. Und wenn ich einen Wunsch hätte, dann würde ich gerne bis zum Ende meiner beruflichen Laufbahn hierblieben."

Nach einem kurzen Telefonat hat sie die Bitte der RP nach einem Gespräch gerne erfüllt. Sie bietet ihren Gästen Kaffee, Wasser und Gebäck an. "Was möchten Sie denn alles wissen?", fragt sie gespannt. Es entwickelt sich in der folgenden halben Stunde ein munterer Plausch, in der die 58-Jährige eine durchaus positive Bilanz ihres bisherigen Werdegangs zieht, der für eine Behördenleiterin eher ungewöhnlich ist.

1976 macht Kordula Gall Abitur und beginnt in ihrer Heimatstadt Oberhausen eine duale Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau bei der weltweit tätigen Klöckner-Industrie-Anlagen GmbH, zu der nach zwei Jahren auch ein Jurastudium gehört. Kordula Gall erinnert sich gerne an diese Zeit und spannende Projekte. Wie beispielsweise der Bau einer Hühnerzuchtanlage im Jemen. "Die Herausforderung war, dort, wo wirklich nichts ist, eine schlüsselfertige Anlage hinzustellen. Da musste im Vorfeld alles, aber auch wirklich alles organisiert werden." Während des Studiums, das sie mit dem 2. Staatsexamen abschließt, arbeitet sie immer wieder bei Klöckner, steigt dort zur Projektleiterin auf. Nach dem Wechsel in ein anderes Unternehmen, wo sie als Juristin tätig ist, reift in ihr den Entschluss, in den Höheren Dienst einer Finanzbehörde zu wechseln. Da ist sie knapp Mitte 30. "Die Sicherheit war bei dieser Überlegung auch ein wichtiger Aspekt", sagt sie.

Ihre neue berufliche Laufbahn startet Kordula Gall im Finanzamt Hamborn. Anschließend wechselt sie nach Dinslaken und erhält dann die Chance, zur Oberfinanzdirektion nach Düsseldorf zu wechseln, wo sie zehn Jahre bleibt. Weitere Erfahrung sammelt sie in zwei Düsseldorfer Ämtern, wo sie als stellvertretende Dienststellenleiterin tätig ist. "Irgendwann wollte ich auch nicht mehr täglich von Dinslaken nach Düsseldorf und abends wieder zurück fahren, so dass ich mich dann in meiner Wahlheimat beworben habe." Fünfeinhalb Jahre ist sie in Dinslaken tätig, bevor sie nun in die Weseler Finanzbehörde gekommen ist, die für die Städte Wesel, Hamminkeln und die Gemeinde Schermbeck zuständig ist.

Auf die Frage, welche Neuerung es im Gesetz gibt, die viele Steuerzahler betrifft, muss sie nicht lange überlegen. "Die Anhebung des Grundfreibetrags dürfte von allgemeinem Interesse sein. In 2015 ist er von 8.354 Euro auf 8.472 Euro gestiegen. Ab 2016 steigt er weiter auf 8.652." Auch bei den Familienleistungen gebe es Verbesserungen. "Nicht nur der Kinderfreibetrag und das Kindergeld werden angehoben, sondern auch der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende."

Eine Sache ist Kordula Gall noch ganz besonders wichtig: Das Thema Ausbildung. Aktuell durchlaufen in ihrem Amt 16 Nachwuchskräfte ihre Ausbildung im mittleren und gehobenen Dienst. In diesem Jahr werden sieben neue Anwärter eingestellt. Was aus ihrer Sicht für eine Ausbildung beim Finanzamt spricht: "Alle, die im mittleren Dienst beginnen und gute Leistungen zeigen, haben eine große Chance, in den gehobenen Dienst zu gelangen." Auch die Ausbildungsvergütung in Höhe von mehr als 1000 Euro monatlich könne sich sehen lassen. Kordula Gall kann allen interessierten jungen Leuten nur raten, sich schon jetzt für das Ausbildungsjahr 2018 zu bewerbern. Das geht auch online: ausbildung-im-finanzamt.de/BVPlus

Übrigens bietet das Weseler Finanzamt vom 27. bis 30. Juni Schnuppertage an. Wer Interesse hat, kann sich melden unter den Rufnummern 0281 105-2329 oder -2256 oder -2005. Mail: felix.stratmann @fv.nrw.de (Ausbildungsleiter).

Quelle: RP
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