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Niederrhein
Die Römer sind wieder da

Niederrhein. Der Archäologische Park öffnet wieder seine Tore für das große Römerfest "Schwerter, Brot und Spiele". Rund 450 Händler, Handwerker, Gladiatoren und Legionäre zeigen die Fülle des römischen Lebens. Besonders für Kinder gibt es viele Mitmachaktionen und Spiele. Von Dirk Möwius

Sie kommen, die Römer. Bei "Schwerter, Brot und Spiele" am 25. und 26. Juni werden rund 450 Händler, Handwerker, Gladiatoren und Legionäre im Archäologischen Park das römische Leben wieder lebendig werden lassen. Mit Teilnehmern aus neun Nationen soll es in Xanten hoch hergehen. Traditionelle Höhepunkte sind Truppenparaden, Reiterspiele und Gladiatorenkämpfe im Amphitheater. Neu auf dem Programm stehen Sport in der Antike, Steinmetzarbeiten, Goldschmieden und weitere spannende Angebote zum Staunen und Mitmachen. 5000 Karten wurden bereits im Vorverkauf abgesetzt, bei gutem Wetter ist wieder mit bis zu 25.000 Gästen zu rechnen.

"Die Angebote für Kinder wurden nochmals ausgeweitet", hoben die Museumspädagoginnen Marianne Hilke und Dr. Kathrin Jasche hervor. Fast alle teilnehmenden Gruppen bieten spezielle Mitmachaktionen und Spiele an, die auch dann kostenlos sind, wenn römische Souvenirs zum Mitnehmen hergestellt werden. Im Gegensatz zu manchen lockeren Historienspektakeln bietet "Schwerter, Brot und Spiele" keine verkleideten Laien oder Schauspieler in Kostümen. Die Akteure sind sorgfältig unter den Aspekten der historischen Genauigkeit und des Umgangs mit dem Publikum ausgewählt. "Nach Xanten kommt nur die Crème de la Crème der Szene, die Allerbesten", sagt Parkleiter Dr. Martin Müller stolz. Viele Teilnehmer tragen einen Teil zur Experimentellen Archäologie bei, indem sie ihre Ausstattung möglichst originalgetreu herstellen und im Einsatz testen. Die Teilnehmer freuen sich auf die Fragen der Besucher und besonders auf die Neugier der Kinder.

Mehrere große Militärgruppen schlagen ihre Zelte im APX auf, darunter die britische Ermine Street Guard und die Roemercohorte Opladen aus dem Rheinland. Sie zeigen keine reißerischen Kämpfe, sondern präsentieren in ihren Marschlagern den friedlichen Alltag der Legionen an der Reichsgrenze. Dabei wird deutlich, dass die Armee nicht nur für hartgesottene Haudegen, sondern auch für Schreiber, Ingenieure, Ärzte und viele weitere Berufsgruppen eine gute Karrieremöglichkeit bot. Aber mehrfach täglich demonstriert die römische Armee ihre Stärke: Wenn die Legionäre die Schildkröte bilden oder in Angriffsformation vorrücken, sollte man sich ihnen lieber nicht entgegenstellen. Schießübungen mit großen Katapulten zeigen die Durchschlagskraft der antiken Waffentechnik. Neu unter den Teilnehmern sind in diesem Jahr Legionäre aus Polen und Frankreich. Zu den Höhepunkten zählen auch die Vorführungen der besonders prachtvoll ausgerüsteten römischen Reiter. In der Arena zeigen die Gladiatoren ihr Können. Die Kämpfer von Amor Mortis bieten historisch fundierte Vorführungen der antiken Kampfweise. Weil die Kämpfe nicht choreographiert sind, holen die Akteure sich durchaus manch blauen Fleck.

Die Bevölkerung der römischen Stadt am Rhein bestand zum großen Teil aus Handwerkern und Händlern. Wie damals wechseln sich Schmiede mit Knochenschnitzern, Tuchverkäufer mit Steinmetzen, Schuster mit Fleischern und Gewürzhändler mit Malern am Straßenrand ab. Zudem bieten Garküchen allerhand Gaumenschmeichler nach antiken Rezepten.

Organisatorin Ursula Grote empfiehlt den Besuchern aus der näheren Umgebung dringend den Vorverkauf. Nur noch an den Kassen am APX kann man bis Freitag nächster Woche Karten vorher kaufen und sich so die langen Schlangen bei der Veranstaltung sparen. Ein Programmheft informiert über die Zeiten der Vorführungen. Für Erwachsene kostet die Tageskarte 13 Euro, die Zweitageskarte 19 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Mehr unter www.apx.lvr.de.

Quelle: RP
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