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Wesel
"Die Stärken stärken": Wesel will zu einer echten Marke werden

Wesel. Wesel-Marketing hat den Kopenhagener Professor für Stadtmarketing, Dr. Sebastian Zenker, für ein ehrgeiziges Projekt gewonnen, das jetzt im Scala vorgestellt wurde. Bürgerbefragung im September. Von Klaus Nikolei

Natürlich ist in Wesel längst nicht alles gut. So wie in jeder anderen Kommune auch. Aber Wesel hat sich - wenn man ehrlich ist - gemacht in den letzten zehn, 15 Jahren. Stichworte: moderne Fußgängerzone, Bau der historischen Rathausfassade, Eselrock, Modernisierung des Bahnhofs. Und immer mehr Bürger bekennen sich zu ihrer Stadt. Doch reicht es nicht, gute Dinge zu haben, man muss diese auch gut und öffentlichkeitswirksam verkaufen und herausheben, was die Stadt ausmacht. Und genau das soll in den nächsten Jahren intensiver passieren als bislang.

Um aus Wesel eine echte Marke zu machen, die möglichst über die Grenzen der Region hinaus positive Assoziationen weckt, hat sich die Stadt professionelle Hilfe geholt. Stadtmarketing-Experte Dr. Sebastian Zenker, ein aus Hamburg stammender Professor der Business School in Kopenhagen, will der Kreisstadt bei diesem langwierigen Projekt unter die Arme greifen. Dr. Zenker war Donnerstagabend auf Einladung von Citymanager Thomas Brocker ins Kulturspielhaus Scala gekommen, um vor mehr als 40 interessierten, zum Teil sehr kritischen Zuhörern zu erklären, wie eine Stadt zur Marke werken kann und dass man mit Hilfe der Bürger zunächst erfahren möchte, welches die Stärken der Stadt sind. Denn es sei nötig, wie Bürgermeisterin Ulrike Westkamp in ihrer Begrüßungsrede erklärte, "die Stärken zu stärken", ohne dabei aufzuhören, an der Weiterentwicklung der Stadt zu arbeiten.

In seinem hochinteressanten, äußerst unterhaltsamen und mit viel Beifall bedachten Vortrag machte Zenker deutlich, dass Marken wie beispielsweise Apple oder Coca-Cola bei Verbrauchern positive Assoziationen erzeugen. Auch Städte würden versuchen, sich als Marke zu etablieren, um Touristen, Investoren oder junge Familien anzulocken. Zenkers Heimatstadt beispielsweise verfolgt die Strategie, dass auf allen Fotos, die in den Medien erscheinen, Wasser zu sehen ist. Und noch ein Beispiel: Wer Lübeck hört, denkt sofort an Marzipan, Holstentor, die historische Altstadt oder die Buddenbrooks. "Die Leute kommen nicht wegen des Marzipans, sondern wegen der Altstadt. Aber es ist schön, so etwas zu haben", sagt Zenker. Auf Wesel übertragen: Gäste werden kaum wegen der bunten Esel die Stadt besuchen, sondern wegen der Lage und der umgebenden Natur. Aber es ist schön, den Wesel-Esel zu haben.

Um Wesel zu einer Marke zu machen, sollen nun im September so viele Weseler ("Das sind die Experten") und Menschen in der Region wie möglich online unter anderem die Frage nach den schönen Seiten der Stadt beantworten. Details dazu werden noch frühzeitig bekanntgegeben. Es folgen eine Auswertung, die Gründung von Workshops und die Entwicklung einer Kampagne.

Quelle: RP
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