| 00.00 Uhr

Hamminkeln.
Die Togo-Hilfe aus Dingden packt vier neue Projekten an

Hamminkeln.: Die Togo-Hilfe aus Dingden packt vier neue Projekten an
Schulspeisung in Lomé (links): Steyler Missionsschwestern bitten um Unterstützung für eine Kantine, Küche und Kühlräume in der neuen Grundschule. Rechts ist das Brunnenprojekt in Affem-Boussou zu sehen - gesponsert von der Firma Tenbusch Gebäudetechnik aus Dinslaken. FOTO: PR
Hamminkeln.. Die Hilfe des rührigen Vereins Togo - Neuer Horizont geht weiter. In Koutchitchéou wurde Ende November die neue Kranken- und Entbindungsstation eingeweiht. Neue Vorhaben sind geplant. Von Thomas Hesse

In den vergangenen Monaten hat sich in Togo viel getan. In Koutchitchéou wurde Ende November die neue Kranken- und Entbindungsstation eingeweiht, die vom seit Jahren im Land aktiven Verein Togo - Neuer Horizont finanziert wurde. Die Hilfe endet nicht. Die Gesundheitsstation in Nampoch soll in eine Mutter-Kind-Klinik mit Krankenzimmer um- und ausgebaut werden. Eine Solaranlage wird für Strom sorgen. Ein Schwesternwohnheim wird gebaut, eine Müllverbrennungsanlage, ein größeres Labor und eine größere Apotheke. Im Juni wurde der Antrag der Togo-Hilfe genehmigt. Die Fertigstellung soll 2018 sein. Gestern stellten Vorstandsmitglieder um Annemarie Klocke und Sandra Neß den Stand der Dinge ihrer Projekte dar.

Das Bohrgestänge schiebt sich unaufhaltsam in den Untergrund. Bis in 70 Meter Tiefe. Das ganze Dorf hat sich versammelt. Und alle jubeln, als das kostbare, vor allem saubere Nass aus dem Boden quillt. Damit können sich die Menschen über den sprudelnden Lebensspender nicht nur freuen, sondern sich künftig mühsame, weite Wege ersparen. Bisher waren Frauen und Kinder oft stundenlang unterwegs, um Wasser ins Dorf zu holen. Annemarie Klocke, die Vorsitzende der Togo-Hilfe und nach vielen Besuchen längst Afrika-Expertin, sagt: "Brunnenprojekte sind sehr wichtig. Sie bedeuten relativ wenig Aufwand und Kosten mit großer Wirkung."

Vier Projekte der Togo-Hilfe sind aktuell angesagt, eins davon ist ein neuer Brunnen in Affem-Boussou. Er wird gesponsert von der Firma Tenbusch Gebäudetechnik aus Dinslaken. Eine Dorfpumpe ist für die Allgemeinheit da, eine andere für das Krankenhaus. Fließendes Wasser auf der Krankenstation und die Möglichkeit, sich die Hände zu waschen - ein Fortschritt. Auch an anderer Stelle hilft der Neue Horizont. Das Dorfkomitee in Tanangnido hat 2016 eine Anfrage an den Verein gestellt mit der Bitte um finanzielle Unterstützung beim Bau einer Grundschule mit drei Klassenräumen, Lehrerzimmer, Lagerraum, Möbel, Toiletten - nicht nur wasserspülende, sondern auch Latrinen - und einen Brunnen. Möbel werden auch gesponsert und 200-fach Kleidung, weil die Eltern zu arm sind, um sich die obligatorische Schuluniform zu leisten.

In zwei Wochen ist Baustart. Hier werden auch Alphabetisierungskurse stattfinden. 90 Prozent der Menschen in dem westafrikanischen Land mit einem Pro-Kopf-Einkommen von jährlich 400 US-Dollar sowie einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 53 Jahren sind Analphabeten.

Ums dritte Projekt haben Steyler Missionsschwestern aus der Hauptstadt Lomé gebeten. Dort haben Spanier eine Grundschule hochgezogen, nun fehlen Kantine, Küche und Kühlräume. "Es macht Spaß zu sehen, wenn die Schule gut und sauber hergerichtet ist", sagt Klocke. Augenmerk hat der Verein auch auf Projekt Nummer vier, besagte Mutter-und-Kind-Klinik in Nampoch in Nordtogo. In der Gegend herrscht hohe Kinder- und Müttersterblichkeit, wogegen nun eine genial schlichte Idee helfen soll: "Wir werden zwei Mofas anschaffen, so dass Pflegepersonal in die Dörfer fahren kann." Bisher ist es so, dass die Frauen im Ernstfall ohne Hilfe in ihren Dörfern blieben.

Im September reisen Dingdener nach Togo. Zuvor wird Besuch erwartet: Der Abgeordnete Andre Beguem und seine Frau kommen nach Deutschland und Ende Juli auch mehrere Tage nach Dingden.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Hamminkeln.: Die Togo-Hilfe aus Dingden packt vier neue Projekten an


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.