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Wesel
Dieser Pelikan ist ein ganz seltener

Wesel. Nabu-Chef Peter Malzbender ist sicher: Der Gast ist ein Krauskopfpelikan. Von Fritz Schubert

Bei dem an der Lippe gesichteten Pelikan (RP berichtete) handelt es sich nicht um jenen, der 2013 für Schlagzeilen gesorgt hatte. Auch wird es sich nicht um einen Zoo-Flüchtling handeln. Peter Malzbender, Vorsitzender der Kreisgruppe Wesel des Naturschutzbundes (Nabu), ist sich da völlig sicher. Denn er hat ihn als unberingten einjährigen Krauskopfpelikan identifiziert. Das macht den Gast zu einem ganz besonderen Vogel. Denn dabei handele es sich, so Malzbender gestern im RP-Gespräch, um die weltweit seltenste Pelikanart, mithin am Niederrhein um eine Sensation.

Nur etwa 5000 Brutpaare gebe es. 1000 davon seien in Südosteuropa heimisch, im Raum Albanien, Griechenland. Naturschutzverbände gäben sich dort große Mühe, denn die Flachwasserbereiche seien ein Jagdgebiet.

Im Lippe-Mündungsraum drohen dem jungen Krauskopfpelikan andere Gefahren. Malzbender beklagt, dass nach der Meldung nun Menschen - obendrein mit Hunden - das Naturschutzgebiet betreten. Er selbst müsse sich eine Ausnahmegenehmigung besorgen, wenn er beispielsweise für einen TV-Beitrag an der Stromschnelle nur stehen wolle. Andere beriefen sich auf ein Gewohnheitsrecht. So jene Hundebesitzer, die der ehrenamtliche Landschaftswächter Frank Ulbrich nun gestellt habe, sagte Malzbender. Möglich mache das ein Zugang von Lippedorf aus, wo der die Untere Landschaftsbehörde beim Kreis Wesel nun endlich für einen vernünftigen Zaun sorgen müsse.

Den Krauskopfpelikan, so der Nabu-Chef, habe übrigens sein ornithologischer Kollege Albert Damschen früh entdeckt. Man habe sich extra dafür entschieden, keine Meldung zu machen, weil das Tier sonst von Neugierigen gestört würde. "Die Leute laufen einfach ins Naturschutzgebiet. Mit dem Spektiv kann man Tiere aus der Ferne viel besser beobachten", sagte Malzbender.

Quelle: RP
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