| 00.00 Uhr

Wesel
Duisburg wird kurz zur Kultur-Metropole

Wesel: Duisburg wird kurz zur Kultur-Metropole
Auch der Duisburger Kabarettist Kai-Magnus Sting wirkt im Akzente-Programm mit. Er sorgt für Unterhaltung. FOTO: peggy mendel
Wesel. Am Freitag beginnen die Duisburger Akzente, die in diesem Jahr unter dem Motto "Umbrüche" stehen. Das Festival bietet die Chance, außergewöhnliche Gastspiele zu erleben. Auch alternative Angebote sind einen Besuch wert. Von Peter Klucken

Einmal im Jahr blüht das Duisburger Kulturleben besonders kräftig. Die Duisburger Akzente bieten für zwei Wochen eine Vielfalt von kulturellen Veranstaltungen, die mit dem Angebot einer Metropole zu vergleichen ist. Am Freitag, 10. März, startet das diesjährige Festival, das bis zum 26. März das Kulturleben der Stadt prägt.

Im Mittelpunkt der Akzente steht in diesem Jahr wieder das Schauspieltreffen im Stadttheater. Da darf man sich auf einige herausragende Produktionen freuen, die ansonsten nur in international renommierten Häusern zu erleben sind. Das Schauspiel Hannover gastiert mit Heiner Müllers modernem Klassiker "Der Auftrag" (12. März), das Münchner Volkstheater zweimal mit Lessings "Nathan der Weise" (14. und 15. März), das Schauspiel Frankfurt mit "Penthesilea" von Kleist (18. und 19. März), das Deutsche Theater Berlin mit dem Erfolgsstück "Gift" (21. März) und das Wiener Burgtheater mit einem noch ziemlich unbekannten Stück, nämlich "Diese Geschichte von Ihnen" von John Hopkins (24. und 25. März). Für all diese Produktionen gibt es noch Karten im Vorverkauf. Dagegen sind die Premiere von Becketts "Endspiel" (11. März) und zwei Vorstellungen von Michael Kohlhaas (22. und 23. März), die im Foyer III des Theaters stattfinden, bereits ausverkauft. Ein Augenmerk verdient die Neuproduktion des Schauspiel-Jugendclubs "Spieltrieb", der zu den Akzenten "Sophie Scholl" von Rike Reiniger zeigt. Die Premiere ist am 16. März im Foyer III (Wiederholung am 20. März).

Ein Höhepunkt des Theatertreffens: "Penthesilea" von Kleist, inszeniert von Michael Thalheimer. Szene mit Constanze Becker und Felix Rech FOTO: birgit hupfeld

Neben dem Theater gibt es eine zweite große Spielstätte, die selber ein Beitrag zum Motto "Umbrüche" sein könnte: das Festivalzelt, das auf dem neuen Mercator-Viertel errichtet wurde. In diesem Zelt sind höchst unterschiedliche Produktionen zu erleben. Der Veranstaltungsreigen startet dort am Eröffnungstag, Freitag, 11. März, 20 Uhr. Zu erleben ist ein Singspiel von Wolfgang Böhmer (Musik) und Peter Lund (Text). Es heißt "Stella - das blonde Gift vom Kurfürstendamm". Es geht dabei um die Biografie von Stella Goldschlag, die als Jüdin in der Zeit des Nationalsozialismus Karriere machen möchte. Das Stück wurde als "bestes deutschsprachiges Musical" von der Deutschen Musical-Akademie ausgezeichnet. "Berauscht Euch" heißt eine Produktion des Duisburger Choreografen Max Bilitza, bei dem ein internationales Ensemble aus Tänzern, Musikern und Künstlern das Thema "Übergang" auf ungewöhnliche Weise behandeln. Das Stück ist für Zuschauer ab 18 Jahren gedacht (20. März).

Für die ganze Familie geeignet ist dagegen die wortlose, sehr poetische Aufführung "Le Jardin" des Cirque Nouveau, die am 22. März im Theaterzelt aufgeführt wird. Gleich zweimal kann man den Duisburger Kabarettisten Kai Magnus Sting im Theaterzelt erleben: Zunächst beim "Heymatabend" mit Jupp Götz und der Big Band der Musikschule (14. März) sowie am 25. März mit Fritz Eckenga und Henning Venske. Dort ist der Abend mit "Tod unter Gurken - Kabarett trifft Krimi" überschrieben. Ob dies wirklich ein Beitrag zu den Akzenten ist, sei dahingestellt. Unterhaltsam wird es gewiss sein. Der Eintritt für diese Festivalzelt-Veranstaltungen kostet zwölf, ermäßigt acht Euro. Karten gibt es zum Beispiel an der Theaterkasse Duisburg, Telefon 0203 28362100.

Nicht übersehen sollte man das Akzente-Literaturprogramm in der Zentralbibliothek. Da stellt beispielsweise Willi Winkler seine neue Luther-Biografie vor (11. März), Axel Hacke liest aus seinem humorvollen Buch "Die Tage, die ich mit Gott verbrachte" (14. März) oder der geniale Poetry-Slammer "Sebastian 23" gastiert mit seiner literarischen Show (18. März). Noch gibt es für diese attraktiven Literaturveranstaltungen Karten an der Erstinformation der Zentralbibliothek, Telefon 0203 2834218.

Neben diesen Angeboten in großen oder etablierten Veranstaltungsorten stößt man im Akzente-Programm auch auf alternative Produktionen, die einen Besuch wert sind; beispielsweise das Live-Hörspiel-Theater-Konzert-Film-Performance-Ausstellungs-Poetry-Slam-Ereignis von Anja Schöne (Text und Regie) und Thorsten Töpp, das am Samstag, 11. März, 20 Uhr, im Ruhrorter Lokal Harmonie (Harmoniestraße 41) Premiere feiert. Es heißt "2047 oder Am Anfang aller Tage". Das Lokal Harmonie wird dabei in eine multimediale Zukunftswerkstatt verwandelt. Nach der Premiere wird "2047" noch am 12., 15. und 16. März, jeweils 19.30 Uhr, wiederholt. Karten zu zwölf, ermäßigt acht Euro können reserviert werden per Mail unter thtoepp@arcor.de

Weitere Infos in der Akzente-Broschüre oder im Internet unter www.duisburger-akzente.de

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wesel: Duisburg wird kurz zur Kultur-Metropole


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.