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Wesel
Ein emotionaler Gottesdienst gegen die Mutlosigkeit

Wesel. "Mit meinem Gott überspringe ich Mauern" - dieses Zitat aus Psalm 18 war richtungsweisend für den Gottesdienst der ökumenischen Notfallseelsorge in der Lauerhaaskirche.

Doch nicht nur für die rund 60 Notfallseelsorger, die im Kreis im Einsatz sind, auch für die anderen Mitglieder der Rettungskette sollte es ein Gottesdienst gegen die Mutlosigkeit sein, "ein Gottesdienst um die Mauern abzuarbeiten", wie Pfarrerin Eva Holthuis erklärte, die den Gottesdienst mit Pfarrer Bernhard Ludwig und Pastoralreferent Adolfo Terhorst leitete.

Vertreter von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Notfallseelsorge berichteten von Erlebnissen, in denen sie auf Mauern stießen - die "Mauer des Schweigens", die sich zwischen Polizeibeamten bei tragischen Fällen von verunglückten Kindern aufbaut, die "Mauer der Ahnungslosigkeit", die ein Feuerwehrmann empfindet, wenn er zum Einsatz fährt, weil er nicht weiß, was ihn erwartet. Doch die vier erzählten auch, was ihnen dabei hilft, die Mauern zu überwinden. Für Feuerwehrmann Martin Biesemann etwa, ist es "ein Stoßgebet zum Himmel", und auch Notfallseelsorgerin Manuela Schiffhauer beruft sich dabei auf Gott: "Die Kraft, Mauern zu überspringen, finde ich im Gebet."

"Wir sind uns alle näher als wir glauben", fasste Pfarrerin Holthuis zusammen. Und: "Gott ist uns näher als wir glauben." Dies sei auch eine der Kernaussagen des Psalms 18. Durch Nähe und Gemeinschaft werden Mauern überwindbar. "Wir arbeiten sie ab, wir beten und singen sie nieder", so Holthuis. "Dann hat das letzte Wort nicht der Tod, nicht das Leid und schon gar nicht der Terror." Nach 15 Jahren verabschiedet wurden Annette Duscha, Martin Schmitt und Christoph von Derschau.

(meko)
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