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Haldern-Countdown
Ein Hoffnungsträger auf dem Festival

Wesel. Am 11. August beginnt das Haldern-Pop-Festival. RP-Redakteur Sebastian Peters hat sich die aktuellen Alben der Bands angehört.

Gogo Penguin - Man Made Object

Für eine Popband zu klassisch, für eine Rockband zu verkopft. Ja, was sind Gogo Penguin, dieses überaus entdeckungswürdige Trio aus Manchester, denn jetzt? Vielleicht ist es am Ende Electronic Jazz, den die drei Herren, Bassist, Pianist und Drummer, da kreieren. Erschienen ist das Album "Man Made Object" auf dem Jazzlabel schlechthin: Blue Note. Tanzbar ist ihre akustisch-elektronische Musik, die fiebert, die hektisch wirbelt, nie zur Ruhe kommt. Da wird ein Pianostruktur, wie sie auch Debussy spielen könnte, von einem Schlagzeug getrieben, das an einen Drumcomputer erinnert. Langweilig ist anders.

Klingt nach: Brandt Brauer Frick (Punkte 4,5/5)

Låpsley - Long Way Home Mit der Britin Låpsley kommt eine der ganz großen Musikhoffnungen nach Haldern. Schon im letzten Jahr war sie hier zu sehen noch ohne Albumveröffentlichung. Das nun vorliegende Debüt "Long Way Home" ist ein ganz großer Wurf. Die watteweichen Elektropopsongs gefallen schon beim ersten Hören. Man muss nur den Song "Falling Shortly" mit seinem Pianolauf und dieser flirrenden Elektronik hören, um zu verstehen, warum hier etwas ganz Großes entstanden ist. Låpsley trägt nie dick auf, sie lässt ihre Stimme wirken und fügt doch immer exakt so viel Elektronik bei, dass sich der Sound nicht in Langeweile verliert.

Klingt wie: James Blake, Massive Attack Adele (Punkte: 5/5)

Martin Kohlstedt - Nacht Martin Kohlstedt macht am Piano Musik auf der Grenze von Klassik zu Neuer Musik und Electro. Die Songs seines aktuellen Albums "Nacht" muss man als Komplementärwerk zum davor erschienenen Album "Tag" verstehen. Die Musik ist reduziert auf Klaviertöne und man spürt, dass Kohlstedt auch Filmsounds macht. Am besten funktioniert dieses Album, wenn man sich zu den Liedern die verschiedenen Stimmungen von Nacht hinzudenkt. Mal erklingt eine freudige Nacht, dann wieder eine tiefdunkle traurige - Kohlstedt weiß mit der Kraft der zehn Finger den Aufbruch ebenso zu vertonen wie den Niederschlag. Gute Nacht!

Klingt wie: Ólafur Arnalds, Yann Tiersen (Punkte: 3,5/5)

Quelle: RP
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