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Schermbeck
Eine Bank wird 125 Jahre alt

Schermbeck: Eine Bank wird 125 Jahre alt
Zum Vorstand der Bank gehörten auch Bernhard Krass (1965-1997), Bernhard Punsmann (1977-2005), Antonius Jansen (1978-2001) und Wilhelm Köster (2003-2015), hier mit Rainer Schwarz und Norbert Scholtholt. FOTO: hs
Schermbeck. Mit einem großen Empfang mit Mitarbeitern und geladenen Gästen feierte die Schermbecker Volksbank gestern den runden Geburtstag. Eine Ausstellung in den Räumen der Bank wirft ab sofort einen Blick auf die Historie. Von Helmut Scheffler

Auf den Tag genau 125 Jahre nach der Gründung der heutigen Volksbank Schermbeck wurde gestern an der Hauptstelle an der Mittelstraße das Jubiläum groß gefeiert. Nach den einführenden Grußworten wurde in der Schalterhalle eine Ausstellung eröffnet.

Im Beisein ehemaliger und amtierender Aufsichtsräte und Vorstandsmitglieder hielt Bankdirektor Rainer Schwarz Rückschau auf die Gründung der heutigen Volksbank unter dem Namen "Schermbecker Spar- und Darlehnskassenverein". An der Gründung in der Gaststätte Menting (heute Hotel "Zur Linde") beteiligten sich damals 43 Bürger aus Schermbeck, Damm, Bricht, Overbeck und Rüste.

Schwarz hielt seine Rede an jenem Stehpult, an dem die Rendanten vor einem Jahrhundert ihre Geschäfte erledigten. Schmunzeln erzeugten die Erinnerungen an den ersten Rendanten August Böckenhoff, der 1891 eine Kaution als Bürgschaft hinterlegen musste, um die Spargelder der Genossen vor Veruntreuung durch den eigenen Rendanten zu schützen. Mit dem Hinweis auf die detaillierte Ausstellung machte Schwarz große Sprünge durch die Bankgeschichte.

Die Bank habe den Wechsel von der goldgedeckten Mark zur Mark des Deutschen Reiches ebenso überstanden wie den Ersten Weltkrieg mit folgender Hyperinflation, die Weltwirtschaftskrise, die Gleichschaltung unter den Nationalsozialisten und den Zweiten Weltkrieg, die Währungsreform des Jahres 1948, die deutsche Einheit, die Währungsumstellung auf den Euro im Jahr 2000 sowie die Spekulationsblasen an den Aktienmärkten vor einigen Jahren. "Die Volksbank Schermbeck hat all diese Herausforderungen gemeistert, weil sie stets das ,Wir' gelebt hat", stellte Schwarz zufrieden fest.

Glückwünsche der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve übermittelte Jörg Winkelsträter. Er bescheinigte der Volksbank, "eine wichtige und konstruktive Bedeutung für die Wirtschaft" zu haben und "das Rückgrat der Finanzen kleiner und mittelständischer Unternehmen" zu sein. Zugleich dankte er für das aktive ehrenamtliche Mitarbeit in den IHK-Gremien.

Simone Gawlista und Marlies Schierenberg berichteten stellvertretend für ein Team über die Arbeit an der Ausstellung. Dem Team gehörten zusätzlich Bärbel Becker, Johanna Walter, Thomas Backhaus und Michael Schmidke an. Nach einem Sektempfang und einer Schnapsrunde gingen die Besucher vom Schulungsraum in die Schalterhalle, wo sich die Gelegenheit bot, auf mehreren Stellwänden einen Streifzug durch die 125-jährige Bankgeschichte zu starten. Bis zum 1. April kann die Ausstellung besichtigt werden.

Eine Schautafel befasst sich mit der Entstehung der genossenschaftlichen Idee im 19. Jahrhundert, als die Bevölkerung unter Missernten und Hungersnöten litt. Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch waren wichtige Förderer dieser Genossenschaftsidee.

Die Firmenchronik findet man auf mehreren Schautafeln. Sie informiert in Bildern, Tabellen und Texten über wichtige Meilensteine der Bankgeschichte, dokumentiert die bereits genannten wirtschaftspolitischen Entwicklungen ebenso wie die bankinternen Meilensteine, den Umzug von der Gaststätte Menting zur Mittelstraße 54 am 15. März 1957, die Umfirmierung in "Spar- und Darlehnskasse Altschermbeck eGmbH" am 14. Juli 1965, die Eröffnung der Zweigstelle im Kerkerfeld im Juli 1970, die Umfirmierung in "Volksbank Schermbeck e.G." am 1. Juli 1975, die Fusion mit der Volksbank Gahlen im Jahre 1988, die Eröffnung der "Volksbank Direkt" im Jahre 1996 und an die Umwandlung der Zweigstelle Kerkerfeld zu einer Selbstbedienungsstelle.

Quelle: RP
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