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Schermbeck
Eine Schulfreundschaft überwindet Grenzen

Schermbeck: Eine Schulfreundschaft überwindet Grenzen
Im Rahmen des deutsch-polnischen Schüleraustausches wurden die polnischen und deutschen Schüler beim Abschiedsessen auch vom stellvertretenden Bürgermeister Engelbert Bikowski in der Schermbecker Gesamtschule begrüßt. FOTO: Scheffler
Schermbeck. Schermbecker Gesamtschüler waren Gastgeber für zehn Schülerinnen aus dem polnischen Lublin. Der Gegenbesuch ist im Oktober.

Mit einem Kochen landestypischer polnischer und deutscher Gerichte ist in der Schermbecker Gesamtschule der Besuch zehn polnischer Schülerinnen des "Marii Sklodowskiej-Curie Liceum" im polnischen Lublin geendet.

Zum Abschiedsessen in der Küche des B-Gebäudes kam auch Schermbecks stellvertretender Bürgermeister Engelbert Bikowski, der den Gästen berichtete, dass sein Vater aus Masuren stammte, seine Großmutter aus Schlesien und dass er selbst begeistert von einem Urlaub in Breslau und Krakau zurückkehrte. Bikowski schenkte den Schülerinnen einen kleinen Erinnerungsteller mit dem Bild des jetzt 25 Jahre alten Schermbecker Rathauses. Die Übersetzung der Gespräche übernahm die polnische Lehrerin Maryla Skublewska, die schon mehrfach polnische Schülergruppen nach Schermbeck begleitet hat. Diesmal war Lehrer Slawomir Koltun mit dabei. Die polnischen Schüler verfügten lediglich über Grundkenntnisse der deutschen Sprache, die sie im halbjährigen zweistündigen Deutschunterricht kennen gelernt hatten.

Die Schüler und ihre Austauschpartner in der Gesamtschule trafen sich am Mittwochmorgen in der Schule, um bei Spielen und sportlichen Wettkämpfen einander kennenzulernen. Beim Rundgang durch das Schulgebäude entdeckten die Gäste auch Wandtafeln mit Fotos von früheren Begegnungen beider Schulen. Im Anschluss an eine vom Lehrer Ulrich Hülsmann geleitete Gedenkstättenfahrt nach Maydanek war 2006 der Schüleraustausch entstanden. Seither gibt es jährlich ein Treffen zwischen den Schülern. In jedem zweiten Jahr kommen polnische Gäste. Von Beginn an wurden die Begegnungen vom Deutsch-polnischen Jugendwerk in Warschau finanziell unterstützt.

Am Donnerstag beteiligten sich die Schüler aktiv am Projekttag "Life back home" in der Gesamtschule, in dessen Mittelpunkt die Begegnung mit acht syrischen Flüchtlingen stand (wir berichteten).

Ein Besuch des Jüdischen Museums und der ehemaligen Zeche Fürst Leopold mit der nahen Zechensiedlung in Dorsten stand am Freitag auf dem Programm. Am Samstag fuhren die Schüler nach Köln. Dort wurde der Dom besichtigt und anschließend das Römisch-Germanische Museum besucht. Am Sonntag gestalteten die einzelnen Gastfamilien mit ihren polnischen Gästen ganz unterschiedliche Programme. "Es ist ein ruhiges Städtchen, in dem sich alle Leute kennen", fasste die 16-jährige Dagmara Pocinpany ihre Eindrücke von Schermbeck zusammen.

Am Montag besuchten die Gäste in der ersten bis dritten Stunde den normalen Unterricht. Ab der vierten Stunde trafen sich die Jugendlichen in der Küche zum gemeinsamen Kochen, zum Musikhören und zum Betrachten der vielen Fotos von den gemeinsam verbrachten Tagen.

Gestern mussten die Gäste und ihre Gastgeber früh aufstehen, weil der Bus schon um 4 Uhr in Richtung Flughafen startete. "Wir haben uns alle gut verstanden", sagte Patrycja Jaskowska über die gemeinsam verbrachten Tage der Begegnung. Sie freut sich auch - wie die übrigen Teilnehmer - auf den Gegenbesuch der Schermbecker Gesamtschüler in der Zeit vom 4. bis 11. Oktober.

(hs)
 
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