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Schermbeck
Einsatz für das Team Traubenkirsche

Schermbeck: Einsatz für das Team Traubenkirsche
Die jungen Leute in der Brichter Helmut-Marx-Hütte FOTO: Scheffler
Schermbeck. Mit Schälmessern gegen eine fremde Pflanze: Junge Leute aus elf Ländern wohnten drei Wochen lang in Schermbeck.

Drei Wochen lang haben 21 junge Menschen aus elf Nationen in der Brichter Helmut-Marx-Hütte gewohnt und dafür gesorgt, dass die amerikanische Traubenkirsche verschwindet. Unter anderem haben sie diese in den Kaninchenbergen Voerde bekämpft. Diese im 17. Jahrhundert als Neuling in Europa auftauchende Pflanze entwickelt sich zunehmend zu einem Problem für die hiesigen Wälder. Sie überwuchert Kräuter, Sträucher und junge Bäume und nimmt ihnen das Licht: Die Vielfalt stirbt. Anstelle eines intakten Waldes voll verschiedener Arten tritt ein eintöniger Teppich aus amerikanischen Traubenkirschen, in dem fast nichts anderes lebt. Gerade Eichenwälder sind dadurch bedroht.

Die jungen Leute hatten sich beim Verein "Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD)" beworben, der seit mehr als 60 Jahren Freiwilligendienste auf der ganzen Welt organisiert. Die jungen Leute zwischen 16 und 24 Jahren, die am Workcamp in Bricht teilnahmen, kamen aus Deutschland, Italien, Frankreich, Algerien, Mexiko, Taiwan, Ukraine, Russland, Türkei, Slowakei und Griechenland. Sie hatten sich für ein Projekt beworben, das von der Biologischen Station des Kreises Wesel (BSKW) betreut wird, mit dem der Verein IJGD seit mehreren Jahren eng zusammenarbeitet.

Die BSKW engagiert sich unter anderem in einem von der Europäischen Kommission geförderten Life-Projekt, das dazu beitragen soll, dass die Natur erhalten bleibt. Ziel dieses seit Anfang 2012 laufenden Projektes, an dessen Umsetzung sich neben der BSKW auch der Landesbetrieb Wald und Holz beteiligt, ist der Erhalt der bodensauren Eichenwälder mit Mooren und Heiden.

Mit geeigneten Schneidwerkzeugen rückten die Workcamp-Teilnehmer aus, um in der halben Wuchshöhe der Traubenkirsche einen schmalen Ring der Rinde von den Bäumen zu entfernen. Ein schmaler Ring reichte, um zu erreichen, dass keine Nährstoffe mehr von den Wurzeln zur Krone fließen. Die Traubenkirsche stirbt ab und ein gesünderer Wald kann gedeihen.

In der zweiten Woche setzten die jungen Leute in einem Privatwaldbereich den Kampf gegen die Traubenkirsche fort und halfen anschließend im Diersfordter Wald mit, einen Rundweg mit Pfählen zu markieren. In der dritten Woche kehrten sie in die Kaninchenberge zurück, um auf einer Heidefläche Konkurrenzpflanzen zu entfernen und damit der Heidefläche zum langfristigen Überleben zu verhelfen.

Tägliche Arbeit an der frischen Luft macht hungrig. Für das leibliche Wohl der Gruppe sorgte täglich ein zweiköpfiges Cook-and-Clean-Team.

(hs)
 
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