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Hamminkeln
Elektroautos bald im Car-Sharing-Betrieb

Hamminkeln. Hamminkelns Verwaltung ersetzt alte Dienstautos durch E-Cars und bietet diese auch Privaten und Betrieben zum Ausleihen an. Die Politik findet diesen ersten Schritt zur Elektromobilität gut, fürchtet aber Zusatzkosten. Von Thomas Hesse

Einstimmig beschloss der Hauptausschuss den Einstieg der Stadt in die Elektromobilität und in das E-Car-Sharing. Die Politik findet diese Entwicklung klimapolitisch angesagt, fürchtet aber, dass es Zusatzkosten gibt. Auf Kritik von Johannes Flaswinkel (Grüne) erwiderte Bürgermeister Bernd Romanski: "Wir rechnen nichts schön." Allerdings ist das geplante Leihen von Elektroautos durch Private und Betriebe eher E-Car-Sharing light.

Im Grund geht es zuerst darum, dass die Verwaltung ihre betagten und reparaturanfälligen Dienstfahrzeuge durch zwei nagelneue Elektroautos vom Typ Nissan Leaf oder Renault Zoe sowie einen Transporter ersetzt und Anschaffungs- wie Betriebskosten spart. Erst wenn die Dienstgeschäfte erledigt sind, darf die Öffentlichkeit die stromgetriebenen Fahrzeuge teilen. Das heißt: Städtische Mitarbeiter erhalten eine Vorbuchungsgarantie, insbesondere abends und an Wochenenden können sich Interessenten für die Nutzung der E-Gefährte einschreiben lassen. Diese schaffen dank verstärkter Batterien eine Reichweite von 320 Kilometern, bevor sie wieder an die Steckdose müssen. Die Ladeinfrastruktur ist durch Innogy (RWE) vorhanden, etwa mit der Ladesäule in Dingden oder hinterm Rathaus, aber insgesamt vor Ort und in benachbarten Städten dünn. Eine zusätzliche Ladesäule mit Mehrfachplätzen soll der Betreiber ebenfalls am Rathaus errichten. Hier könnten auch die ganz wenigen privaten Elektromobilisten in Hamminkeln nachtanken.

Dass Car-Sharing in Großstädten bestens angekommen sei, aber in Flächengemeinden schwierig zu gestalten sei, gab Elke Neuenhoff (FDP) zu bedenken. Jörg Adams von den Sozialdemokraten sagte hingegen: "Als Start ist die Lösung ideal." Flaswinkel forderte konkret, Elektroautos zum Teilen in Dingden, Mehrhoog und Hamminkeln zu stationieren.

Sicher ist aber: Für den Bürger ist der Nutzen schon zeitlich sehr begrenzt. Zudem muss das Prozedere des Sharings unbürokratisch sein. Romanski will aber vor allem die Entwicklung anstoßen. Ergebe sich Bedarf für E-Car-Sharing in mehreren Ortsteilen, werde die Stadt aber nicht einsteigen als Anbieter. Da sei der Betreiber der Ladestationen gefragt. Innogy investiert schließlich mit Zukunftsstrategie in die Ladeinfrastruktur, um den Strom für Elektroautos zu liefern.

Quelle: RP
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