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Wesel
Eltern beklagen "rasende Traktoren"

Wesel. Anwohner der Obrighovener Straße sehen Gefahren für spielende Kinder durch Landmaschinen. Von Klaus Nikolei

Anwohner der Obrighovener Straße sind mächtig sauer. Sauer auf ganz offensichtlich rücksichtslose Fahrer von Landmaschinen, die seit einiger Zeit "mit überhöhter Geschwindigkeit über die Straße fahren, in der Tempo 30 gilt", sagt beispielsweise Heike Salm, die gestern Vormittag von einem rasenden Traktor mit Güllefass ein Video gedreht und der RP zur Verfügung gestellt hat. "Hier wohnen mehrere Familien, die Angst haben um ihre Kinder. Wenn da mal so ein kleines Würmchen auf die Straße läuft, ist es vorbei." Meist seien es junge Männer, die "richtig Gas geben". Auf einem Fahrzeug, sagt Heike Salm, habe der Name des Hamminkelner Lohnunternehmens Klein-Hitpaß gestanden. Sie und eine Nachbarin hätten sich vor einigen Tagen auf die Straße gestellt und den Traktor angehalten. "Der Fahrer, ein junges Bürschlein, hat verlegen reagiert und beteuert, er sei doch nur 40 gefahren. 30 sind aber nur erlaubt. Einen halben Tag ist er dann langsamer gefahren. Aber nun rast er wieder durch die Straße."

Heike Salm hatte sich Mitte des Monats nicht nur ans Weseler Ordnungsamt und die Polizei gewandt ("Man hatte dort sehr viel Verständnis für mein Anliegen"), sondern auch mit Klein-Hitpaß telefonisch Kontakt aufgenommen. "Das Gespräch mit einer Dame dort", erzählt sie, "wurde plötzlich unterbrochen. Ich hatte das Gefühl, dass man meine Klage gar nicht hören wollte."

Die RP hatte gestern Nachmittag mehr Glück. Lohnunternehmer Karl-Heinz Klein-Hitpaß (51) erkläre auf Anfrage, dass man das Güllefass mit dem Firmennamen an einen Landwirt verliehen habe. "Unsere eigenen Leute werden gerade jetzt zu Beginn der Maisernte immer wieder darauf aufmerksam gemacht, besonders rücksichtsvoll zu fahren, weil wir Klagen von Anwohnern generell kennen", erklärt Karl-Heinz Klein-Hitpaß. Man werde nun mit dem Kunden Kontakt aufnehmen und ihn darauf hinweisen, dass sich sein junger Fahrer an die Tempo-Begrenzungen halten müsse. "Schließlich geht es hier auch um den Ruf meiner Firma."

Quelle: RP
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