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Wesel
Erste Fleisch-Sommeliers der Region

Wesel: Erste Fleisch-Sommeliers der Region
In Sachen Fleisch macht den beiden frischgebackenen Diplom-Sommeliers Sedat Shabani (l.) und Stefan Rottstegge so schnell keiner was vor. FOTO: Klaus Nikolei
Wesel. Edeka Komp in Lackhausen ist wohl der einzige Supermarkt, in dem zwei diplomierte Fleisch-Sommeliers an der Theke stehen. Gerade haben sie ihre Abschlussprüfung in Salzburg abgelegt. Die Auswahl an Steaks soll auf 50 Sorten steigen. Von Klaus Nikolei

Von Sommeliers, also Experten in Sachen Wein, hat jeder schon mal gehört. Auch dass es mittlerweile mit reichlich Fach- und Geschichtswissen ausgestattete Brot-, Käse- und Bier-Sommeliers gibt, ist allgemein bekannt. Aber Fleisch-Sommeliers? Doch, die gibt es auch, wenn auch nur sehr wenige. Und in Supermärkten sind sie bislang so gut wie gar nicht zu finden.

Bei Edeka Komp in Lackhausen allerdings stehen jetzt sogar gleich zwei Diplom-Fleischsommeliers hinter der Theke. In Deutschland zweifelsohne einmalig - vielleicht sogar in Europa. Das allerdings weiß Edeka-Kaufmann Sven Komp nicht so ganz genau. Klar, dass er mächtig stolz ist auf seine engagierten und erfolgreichen Mitarbeiter Stefan Rottstegge (47) und Sedat Shabani (32).

Zwischen Januar und Mai waren die beiden Metzger insgesamt dreieinhalb Wochen zum Sommelier-Lehrgang in Salzburg, um dort kräftig Rassen- und Kulturgeschichte zu büffeln, Züchter zu besuchen, Wurst herzustellen und alle nur denkbaren Sorten Fleisch zu probieren. Angefangen von Alligator über Emu bis hin zu Wagyu-Rind und Zebra. Und ein Grilltrainer-Diplom, das haben Stefan Rottstegge und Sedat Shabani auch noch aus Österreich mitgebracht.

"Unsere Frau Krebs ist seit fünf Jahren Käse-Sommelier. Und da habe ich mich gefragt, ob es so etwas nicht auch für Fleischer gibt", erzählt Sedat Shabani, auf dessen Arbeitsuniform bereits das Schild Diplom-Fleischsommelier aufgenäht ist. Kollege Stefan Rottstegge - aktuell noch ohne Schild - googelte und entdeckte die Schule in Salzburg. Weil Sven Komp sofort Feuer und Flamme und auch bereit war, in die Qualifikation der Beiden 10.000 Euro zu investieren, kam der Stein ins Rollen.

"Die Zeit in Salzburg in einer Gruppe von 14 Teilnehmern hat viel Spaß gemacht, auch wenn es anstrengend war", sagt Stefan Rottstegge. "Und die Abschlussprüfung inklusive Diplomarbeit war schon anspruchsvoll." Der Sommelier berät nun, wie er sagt, "etwas anders. Früher habe ich Kunden beim Steakkauf nach der Preisklasse gefragt, heute nach dem Geschmack." Dabei zeigt er auf ein sieben Wochen lang gereiftes Stück Dry Aged Steak. "Das schmeckt so intensiv, dass man es kaum würzen muss." Das Duo wird übrigens dafür sorgen, dass die Auswahl an hochwertigem Steaksorten auf 50 ansteigen wird.

Und wie gelingt nun das perfekte Steak? "Wir wissen mittlerweile", sagt das Duo, "dass man Steaks kurz vor dem Braten oder Grillen salzt und nicht erst hinterher."

Quelle: RP
 
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