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Wesel
Erstmals freier Blick auf Bislicher Kirche

Wesel. Eine ungewöhnliche Perspektive ergibt sich jetzt auf die Kirche St. Johannes im Deichdorf. Die Bäume sind gefällt. Von Fritz Schubert und Sebastian Peters

Es ist für Bislich ein besonderer Anblick, der sich jetzt auf die Kirche St. Johannes im Herzen des Deichdorfes bietet. Die Linden auf der Südseite der Kirche sind gefallen. Mancher im Ort war skeptisch, ob so alte Bäume zwingend geopfert werden müssen. Der Kirchenvorstand sieht sich nach Fällung der Bäume in der Notwendigkeit der Maßnahme bestätigt. Die beauftragten Gutachter hatten gewarnt, dass die Linden verschwinden müssten, weil die Bäume nicht mehr standsicher sind (wir berichteten). Jetzt zeigt sich: Viele der Bäume sind von innen tatsächlich schon hohl gewesen, sie hätten zur Gefahr werden können. Die drastische Maßnahme war also nur konsequent.

Mit dem gestrigen Tag sind alle Bäume gefällt. Eigentlich hätten manche von ihnen noch einige Zeit stehen können, erklärt Stefan Sühling, Leitender Pfarrer der Großgemeinde St. Nikolaus Wesel. Allerdings habe sich die Gemeinde zu dem Schritt entschieden, den Platz an der Kirche neu zu gestalten. An der Stelle der mit Kieselsteinen belegten Fläche, die in früheren Jahren mit dem für Insekten schädlichen Glyphosat behandelt wurde, werde eine Blumenwiese gesät. So profitiere auch die Natur, sagt Sühling mit Verweis auf die Berichterstattung unserer Redaktion am gestrigen Mittwoch zum dramatischen Bienensterben. Der Pfarrer berichtet, dass ihn schon viele Reaktionen aus der Gemeinde erreicht haben. "Viele sind froh, dass sie nun diesen neuen Blick auf die Kirche genießen. Anstelle der alten Bäume sollen, wie früher, wieder Spalierbäume stehen. Diese Linden werden bald gepflanzt, sollen dann aber nicht so hoch wachsen wie ihre Vorgänger. Stattdessen sollen sie immer noch einen Blick auf die Kirche direkt am Deich erlauben.

Die Umgestaltung des Kirchplatzes fußt auf einem Gesamtplan, in dem das Fällen der teils 100 Jahre alten Bäume ein Teilaspekt ist. Entwickelt hat ihn die Landschaftsarchitektin Christiane Eberhardt vom Ingenieurbüro Oekoplan aus Hamminkeln. Zum Projekt gehören neben den Erdarbeiten zur Umwandlung der Kies- in eine Blumenrasenfläche auch Befestigungen der seitlichen Zufahrt mit Rasengittersteinen. Auf der Pflanzliste stehen vier neue Linden an der Turmseite, ferner Hortensien an der Seite zum bekannt schönen Kirchgarten. Rund um St. Johannes wird deutlich mehr blühen und die Augen erfreuen.

Quelle: RP
 
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