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Kreis Wesel
Erziehungsberatungsstellen: 34 Prozent mehr Vorschulkinder

Kreis Wesel. Kreisdirektor Ralf Berensmeier und Christian Weißenbruch, Fachdienstleiter für den Beratungsdienst des Kreises Wesel, haben mit Andreas Groß (Caritas-Verband Wesel) und Rainer Moll (Caritas-Verband Rheinberg) den Jahresbericht für die Erziehungsberatungsstellen im Kreis Wesel für 2015 vorgestellt. Fazit: Das Beratungsangebot ist wichtiger als je zuvor.

2015 lag die Gesamtzahl bei 3169 vorgestellten Fällen und ist damit nach wie vor auf dem hohen Niveau der letzten Jahre. Trotzdem konnten die Wartezeiten für ein Erstgespräch kurz gehalten werden. Knapp 80 Prozent der Ratsuchenden erhielten einen Termin innerhalb von zwei Wochen. Die Fallarbeit der Beratungsstellen reicht von Einmalberatungen über Kurzzeitinterventionen bis zu längerfristigen therapeutischen Behandlungen. 73 Prozent aller Beratungen kamen auf maximal fünf Termine, fünf Prozent der Klienten mussten intensiv (mehr als 16 Termine) versorgt werden.

Hauptgründe für eine Vorstellung bei den Erziehungsberatungsstellen sind Störungen der sozialen Beziehungen, Entwicklungsstörungen einschließlich emotionaler Probleme, Lern-/Schul- und Ausbildungsprobleme sowie Probleme im Zusammenhang mit Trennung und Scheidung. Aktuell, so Weißenbruch, würden deutlich mehr Kinder im Vorschulalter vorgestellt. Hier ist mit 152 Fällen eine Steigerung um 34 Prozent zum Vorjahr zu verzeichnen. Weißenbruch führt dies auf die erhöhte Kooperation mit Familienzentren zurück. "Mit einem Drittel liegt der Schwerpunkt der Arbeit aber weiterhin bei Kindern im Grundschulalter", so der Leiter der Erziehungsberatungsstellen. Während in früheren Jahren deutlich mehr Jungen als Mädchen vorgestellt wurden, ist das Geschlechterverhältnis mittlerweile nahezu ausgeglichen.

Berensmeier betonte die Wichtigkeit des Angebots angesichts aktueller Entwicklungen: "Der Anteil an sehr komplexen und dramatischen Beratungs- und Unterstützungsaufträgen nimmt kontinuierlich zu." Hierzu gehören unter anderem die Beratung bei akuten familiären Krisen, Trennungs- oder Scheidungskonflikten, sexuellem Missbrauch, Gewalterfahrungen, Mobbing, Suizidgefahr oder die Begleitung bei Krankheits- und Trauerprozessen.

Alle Beratungsstellen bieten Angebote in Form von Vorträgen und Elternkursen zu Themen wie Erziehung in der Pubertät, Teilleistungsstörungen, Schulverweigerung und Kurse für Alleinerziehende an. Darüber hinaus wurden zahlreiche Gruppen für Kinder angeboten, so zum Beispiel Trennungs-/Scheidungsgruppen für Kinder, Kinder-Trauergruppen und Konzentrationstrainings. Der Kreis Wesel unterhält Beratungsstellen für Eltern, Jugendliche und Kinder an den Standorten Moers, Kamp-Lintfort, Xanten und Dinslaken mit Außenstelle in Schermbeck.

Ergänzt werden die kreiseigenen Beratungsstellen von denen der Caritas-Verbände Wesel und Rheinberg. Alle Teams setzen sich aus Fachkräften verschiedener Fachrichtungen zusammen (Psychologie, Heilpädagogik, Psychotherapie, Sozialpädagogik), die über verschiedene Zusatzqualifikationen verfügen. Die Arbeit in den Beratungsstellen unterliegt den Grundprinzipien der Freiwilligkeit, der Vertraulichkeit und der Schweigepflicht. Die Angebote sind kostenlos.

Quelle: RP
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