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Michael Endemann
"Es tut mir gut, etwas für Wesel zu tun"

Michael Endemann: "Es tut mir gut, etwas für Wesel zu tun"
Michael Endemann mit seinem Sohn Jan vor der Brückenskulptur von Twan Schutten FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Am 1. Mai vor 20 Jahren hat sich Michael Endemann mit der Firma Asbestos selbstständig gemacht. Im RP-Interview spricht der 53-Jährige über die Liebe zu seiner Heimatstadt, an der er auch Kritik übt, über Leerstände und Freude an der Arbeit.

wesel Im "Antonella" am Kornmarkt sind wir mit Michael Endemann verabredet. Er trägt Poloshirt und Jeans, sein Händedruck ist fest. Er bestellt ein Steak mit Salat, trinkt Mineralwasser. Und ist in Plauderlaune, auch wenn er am Anfang des Interviews nicht so genau weiß, was Anlass des Termins ist.

Sie feiern ein Firmenjubiläum.

Michael Endemann Woher wissen Sie das?

Man hat so seine Informanten.

Endemann Es stimmt, am 1. Mai 1995 habe ich mich selbstständig gemacht mit der Firma Asbestos.

In Unternehmerkreisen kennt man Sie natürlich. In der breiten Öffentlichkeit haben Sie sich im vergangenen Jahr einen Namen gemacht als Sponsor, der dafür gesorgt hat, dass die Brückenskulptur des Weseler Künstlers Twan Schutten am Ende doch noch auf der Wiese vor der Musik- und Kunstschule errichtet werden konnte. Wie sieht es da mit der noch fehlenden Beleuchtung aus?

Endemann Ich weiß, dass Herr Schutten kürzlich mit Altana Kontakt aufgenommen hat. Es geht darum, mit der Fachfirma zu sprechen, die dafür gesorgt hat, dass die Rheinbrücke nachts angestrahlt wird. In ein ähnliches Licht soll künftig auch die Brückenskulptur getaucht werden. Die Finanzierung werden wir schon hinbekommen.

Warum haben Sie sich so ins Zeug gelegt für die Skulptur?

Endemann Ich hatte damals in der RP gelesen, dass die Stadt kein Geld dazugeben wollte. "Das kann nicht sein", dachte ich mir und habe befreundete Unternehmer kontaktiert. Gemeinsam haben wir dafür gesorgt, dass Twan Schuttens Idee verwirklicht wurde und es somit eine bleibende Erinnerung an die alte Rheinbrücke gibt.

Ihnen gehören in Wesel mehrere Geschäftshäuser, die gut in Schuss sind.

Endemann Wir kümmern uns um die Immobilien, weil wir vernünftige Mieter haben möchten und etwas zur positiven Entwicklung von Wesel beitragen wollen. Ich bin nämlich sehr heimatverbunden und möchte, dass alles gut und ordentlich aussieht.

Stimmt, wer Ihre Firmengrundstücke am Lippeglacis kennt, weiß, die sind top in Schuss.

Endemann Das muss auch so sein. Dann fühlen sich auch die Mitarbeiter wohl. Und wo sich Mitarbeiter wohlfühlen, da arbeiten sie auch gerne für den Erfolg des Unternehmens. Das sind natürlich Dinge, die mich erfreuen.

Und was erfreut Sie weniger?

Endemann Zum Beispiel die Leerstände in der Innenstadt oder die zum Teil seit Jahren unvermieteten Gewerbebetriebe, von denen die RP am Samstag berichtet hat.

Was glauben Sie, könnte man dagegen tun?

Endemann Vernünftige Rahmenbedingungen schaffen, in dem man Gewerbe- und Grundsteuer senkt. So wie es die Stadt Monheim erfolgreich getan hat. Als Unternehmer scheut man doch eine Investition in Wesel.

Warum sollte man?

Endemann Weil man hier als Firma beispielsweise überdurchschnittlich hohe Müllgebühren zahlt. Außerdem fehlt es in Wesel an attraktivem Wohnraum. Da muss man sich nicht wundern, wenn viele Altana- und Byk-Mitarbeiter in die Metropolen fahren oder nach Bocholt oder Xanten ziehen.

Wo wohnen Sie?

Endemann Ich bin, wie gesagt, sehr heimatverbunden und wohne noch immer in meinem umgebauten Elternhaus in Schepersfeld. Ich persönlich lege nicht viel Wert auf Luxus.

Aber Sie fahren Porsche.

Endemann Stimmt. Der macht mir Freude. Dafür schäme ich mich mittlerweile auch nicht. Ich arbeite nämlich viel, fahre schon am frühen Morgen noch mit raus auf dem Lkw und schleppe Nachtspeicheröfen - so wie vor 20 Jahren auch schon.

In der aktuellen RP-Serie "Der Nächste, bitte" geht es um das Thema Nachfolgeregelung in Unternehmen. Experten raten dazu, sich ab 50 bis Mitte 50 mit dem Thema intensiv zu befassen.

Endemann Ich werde bald 54.

Und, haben Sie sich schon Gedanken gemacht um die Nachfolge?

Endemann Ich habe das große Glück, dass mein Sohn, der in zwei Jahren am AVG sein Abi macht und bald 17 wird, schon immer ins Unternehmen einsteigen wollte. Aber von sich aus, nicht, weil ich ihn gedrängt habe. Das ist schon ein gutes Gefühl.

KLAUS NIKOLEI FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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