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Wesel
Esplanade-Center: Sorgen um Verkehr

Wesel. Politik begrüßt einstimmig die Ansiedlung von Edeka an der Kreuzstraße. Saturn zieht eine Etage höher. Kritisiert wird der Plan, dass die Anlieferung für Saturn von der Cityachse erfolgen soll. Nun wird nach einer Alternative gesucht. Von Klaus Nikolei

Die Politik in Wesel ist sich einig darüber, dass der Umbau des Esplanade-Centers und die damit verbundene Ansiedlung von Edeka im Erdgeschoss ein Gewinn ist für die Stadt. Mehr als skeptisch standen allerdings gestern die Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses, des Ausschusses für Stadtentwicklung und des Ausschusses für Sicherheit und Verkehr während ihrer gemeinsamen Sitzung dem Plan gegenüber, an der Cityachse (Kreuzstraße) eine neue Anliefermöglichkeit für den Elektro-Fachmarkt Saturn zu bauen. Saturn soll, wie mehrfach berichtet, vom Erdgeschoss ins erste Obergeschoss ziehen und so Platz schaffen für Edeka. Nach mehr als einstündiger Diskussion gab man dann Architekt Joachim Lukas (C3 Projektmanagement GmbH) mit auf den Weg, eine Alternative zu finden.

Wie die aussehen könnte, hatte Karlheinz Hasibether (SPD) aufgezeigt. Der studierte Architekt regte an, dass Lkw mit der Ware für Saturn von der Esplanade in die Tückingstraße und von dort in die Mauerbrandstraße fahren könnten. "Ein interessanter Vorschlag. Der von uns beauftragte Verkehrsplaner wird schauen, ob das möglich ist. Und dann muss ja auch noch die Saturn-Zentrale einverstanden sein", betonte Joachim Lukas. Auf den wartet jetzt zweifelsohne eine Menge Arbeit.

Die bislang verfolgte Idee, den niederländischen Textildiscounter Zeeman zu schließen und dort die Anlieferung für Saturn inklusive Müllpresse und Abfallcontainer hinzusetzen, wurde von Vertretern praktisch aller Fraktionen kritisiert. "Diese Regelung bereitet uns Bauchschmerzen. Zumal mit 20 Anlieferungen am Tag zu rechnen ist", bekannte zum Beispiel Jürgen Linz (CDU). Ähnlich äußerten sich auch Norbert Segerath (Linke; "Die Zufahrt von der Kreuzstraße ist ein großes Problem") und Ulla Hornemann (SPD; "Ich schaue lieber gegen ein Schaufenster von Zeman als gegen das Rolltor von Saturn"). Doch am Ende zeigten sich alle zufrieden mit dem Versprechen von Joachim Lucas, "an dem Problem zu arbeiten. Vielleicht ist ja die von Herrn Hasibether vorgeschlagene Alternative auch noch günstiger."

Neben dem Architekten und Gebietsleiter Hermann Zimmer vom Edeka-Verbund (Moers) ergriff auch Jens Block von der IPH Handeslimmobilien GmbH das Wort, der als Koordinator zwischen den Mietern, den Planern und der Stadt fungiert. Er machte unter anderem deutlich, dass es richtig sei, dass sich der Saturn-Markt in Zeiten des immer stärker werdenden Online-Handels verkleinere, um dauerhaft wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Läuft alles nach Plan, dann wird Saturn irgendwann in diesem Jahr das aktuell leerstehende 1. Obergeschoss (2100 Quadratmeter) umgebaut haben und innerhalb kürzester Zeit das Erdgeschoss räumen. Dann beginnen dort die Umbauarbeiten für den Edeka-Markt. Der wird mit mehr als 1700 Quadratmetern Verkaufsfläche etwas größer werden als Edeka Komp in Lackhausen. Wie berichtet, hat die Familie Komp kein Interesse, den City-Markt zu betreiben. "Wir haben allerdings mehrere Interessenten, mit denen Gespräche geführt werden", erklärt Hermann Zimmer auf Nachfrage von Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. Zu dem Edeka-Markt wird auch eine Bäckerei mit Café (Büsch, Kamp-Lintfort) gehören.

Umbauen wird auch Edeka-Nachbar Aldi. Und nicht nur das. "Der Discounter wird etwas größer. Deswegen muss angebaut werden", teilte Jens Block mit. Nur beim Textildiscounter Kik bleibt alles wie es ist. Besonders interessant: Damit Edeka, Saturn und Aldi künftig besser von der Tiefgarage aus zu erreichen sind, sollen Rollbänder und Aufzüge eingebaut werden. Im 2. Obergeschoss werden die Sozialräume von Saturn entstehen und - wenn möglich - ein neues Fitnesscenter einziehen. Jedenfalls sei das allgemeiner Wunsch, so Block.

Edeka-Gebietsleiter Zimmer geht davon aus, dass die Eröffnung von Edeka nicht mehr in diesem Jahr erfolgen wird, da die Umbauarbeiten im Erdgeschoss gut und gerne acht Monate dauern werden.

Quelle: RP
 
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