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Wesel
Eva Pankok - Licht, Farbe, Hoffnung

Wesel: Eva Pankok - Licht, Farbe, Hoffnung
Eva Pankok, die gerade im Alter von 90 Jahren gestorben ist, liebte die Farben im Licht des Südens. Diese Bild, "Mas de la Leque" (Öl auf Leinwand), schuf sie im Jahre 1970. FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. "Es gilt, das Vermächtnis Eva Pankoks und ihrer Eltern zu erhalten", sagte Moritz Pankok, Sprecher der Familien Pankok und Droste, am Freitag bei der Beisetzung seiner berühmten Tante. Die RP beleuchtet noch einmal ihr Schaffen. Von Hanne Buschmann

"Du bist Farbe", sagte Otto Pankok zu Tochter Eva. Dieses Wort bedeutet auch Licht. Denn Farben sind die Kinder des Lichts, und Licht bedeutet Leben. Es ist das Geschenk der Schöpfung. Eva Pankok, gerade 90-jährig gestorben und am Freitag beigesetzt, malte das Leben, wie es unverbildete Menschen, wie es die Welt entdeckenden Kinder empfinden: überwältigend schön. Was ist daran falsch? Nichts. Die Menschen wissen um die bedrängende Finsternis, um die Plage des Hässlichen, aber die Schönheit, auch die leise, verborgene, gerade die richtet auf.

Evas Blumen leuchten, Evas Bäume wachsen dem Licht entgegen, ihre gemalten Felshänge und die von Menschen gefügten Mauern stehen stark geworden aus der Kraft der Gestirne. In Otto Pankoks Bildern, die aus dem Ineinandergreifen von Helle und Dunkelheit, Tag und Nacht, Weiß und Schwarz ihre Gestalt gewinnen, strahlt immer irgendwo ein Licht auf, sei es in der Öffnung einer Wolkenwand, im Lächeln beseelter Menschen, Hoffnung verheißend in den Augen unschuldiger Kinder, die den Grund der Verfolgung nicht erkennen können, aber leben wollen. Licht strahlt aus den wachen Lebensberichten der Hulda Pankok. Es wehte bei Eva Pankoks Beerdigung auf dem Drevenacker Friedhof aus dem sanften Akkordeonspiel eines Mannes aus dem fahrenden Volk, das nur in den Herzen der Menschen eine Heimat hat.

Dem Leben zugewandte Menschen vertrauen und ertragen ihr Los mit Hoffnung auf Licht. Erfahren hat Eva Pankok das intensiv im Familienleben der drei Pankoks und in den notwendig gewordenen Momenten der öffentlichen Entscheidung für unschuldige Verfolgte. Mit den Eltern stimmte sie im letzten Kriegsjahr dafür, dem im Untergrund lebenden jüdischen Maler Matthias Bartz und seiner Frau Hilde ein Versteck zu geben in der eigenen bedrohten Bleibe in der Eifel.

In jedes Menschenleben kommt die Entscheidung zwischen Sein und Haben. Das Sein ist dem Menschen aufgegeben. Das tatkräftige wie das demütige Sein in der Welt, das hoffende Menschen unter ihr natürliches Gewissen stellen, wenn es denn gelingen soll. "Gott" ist ein Name für dieses Grundgesetz der Schöpfung. Es ist existenziell im Anspruch. Ein Zeichen für diese Lebensaufgabe ist das Kreuz. Mit diesem Zeichen bekundeten die Familien Pankok und Droste auf der einen Seite, die öffentlichen Institutionen Otto Pankok-Stiftung, Otto Pankok-Gesellschaft, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma Heidelberg, die Stiftung zugunsten des Romavolkes Lübeck auf der anderen Seite deren gemeinsames Anliegen, das Vermächtnis der drei Pankoks zu erhalten. In tätiger Toleranz wie es in Pfarrer Günther Falkenbergs Ansprachen deutlich wurde. Annette Burger von der Stiftung sei hier an Stelle aller Mitarbeiter genannt.

Moritz Pankok, Sprecher der Familien Pankok und Droste, sagt: "Es gilt, das Vermächtnis Eva Pankoks und ihrer Eltern zu erhalten. Mit Hilfe der Regionale, des Landes NRW und anderer Unterstützer werden das Museum und das Archiv behutsam umgestaltet. Das Haus Esselt ist ein offener Ort für offene Menschen, ein Ort des Friedens und der Weltkultur. Das muss so bleiben."

Das Otto Pankok-Forum teilt mit: Samstag, 5. März, 17 Uhr im Museum Haus Esselt in Drevenack stellen Günter Gall und Konstantin Vassiliev "Die verbrannten Dichter" in Liedern, Lyrik, Prosa vor. Eintritt: acht, ermäßigt sechs Euro. Karten-Reservierungen: Tel. 02856 754

Quelle: RP
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