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Wesel
Experte verwirrt Schulausschuss: "Realschule wird vielleicht fünfzügig"

Wesel. Der von der Weseler Verwaltung beauftragte Schulentwicklungsplaner Wolf Krämer-Mandeau vom Bonner Büro Biregio hatte am Donnerstag nicht seinen besten Tag. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens hatte er im Stau gesteckt und kam deshalb verspätet zur Sitzung des Schulausschusses im Rathaus. Von Klaus Nikolei

Die ersten ungläubigen Blicke erntete Krämer-Mandeau, als er irgendetwas von "Sekundarschul-Entscheidung" ins Mirko nuschelte. Dabei ist dieses Thema in Wesel schon lange vom Tisch. Spätestens seit der Mehrheitsentscheidung im Frühjahr, Real- und Hauptschule in der Innenstadt zu schließen, um den Weg für eine Gesamtschul-Dependance frei zu machen. Und als Krämer-Mandeau dann davon sprach, dass die verbleibende Konrad-Duden-Realschule in den nächsten Jahren womöglich vier- oder gar fünfzügig werden könnte, weil sie "30 Rückläufer von den Gymnasien" aufnehmen müsse, machte sich allgemeine Verwunderung breit. Denn nie zuvor hatte der Planer von einem solchen Szenario gesprochen. Bislang hatte es immer nur geheißen, dass die eigentlich auf zwei Züge festgelegte Realschule auch drei Eingangsklassen bilden könne, wenn es genügend Interessenten geben sollte.

Die Frage, ob die Duden-Realschule überhaupt genügend Räume für vier Züge hat, beantwortete Schulleiterin Ina Gaastra so: "Unter Einbeziehung der Fachräume wäre das möglich." Sie versprach übrigens, dass jedes Kind an ihrer Schule so gefördert werde, dass es einen Schulabschluss schafft. Also auch solche Schüler, die mit einer Hauptschulempfehlung zu ihr kommen.

Die Frage, ob die Realschule einen Bildungsgang einrichtet, in dem leistungsschwache Kinder ab Klasse 7 differenziert im Klassenverband unterrichtet werden, so dass sie einen Hauptschulabschluss erreichen, wurde vertagt. Denn der Ausschuss möchte erst die Anmeldezahlen für Real- und Gesamtschule im Februar abwarten.

Apropos Gesamtschule. FDP-Fraktionschef Bernd Reuther hatte, wie berichtet, beklagt, dass die Schulverwaltung nicht die Möglichkeit geprüft habe, die Gesamtschule komplett in die Innenstadt zu verlegen und das Andreas-Vesalius-Gymnasium im Lauerhaas-Gesamtschulkomplex unterzubringen. Nicht nur alle Fraktionen waren gegen eine solche Prüfung, sondern auch die beiden Schulleiter. AVG-Chefin Dorothée Brauner ("Wir identifizieren uns mit dem Standort Innenstadt und fühlen uns hier sehr wohl") brachte ihre Verwunderung zum Ausdruck, warum die FDP nicht vorher das Gespräch mit ihr gesucht habe. Zumal der Sachkundige Bürger der Liberalen, Jürgen Berner, ihr Vorgänger am AVG war. Daumen hoch und zustimmendes Nicken von Gesamtschulleiter Dirk Timmermann für die Aussage seiner Kollegin.

Und dann nutzte Dorothée Brauner die Gelegenheit, um die Politiker darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig im nächsten Jahr der Umbau der aus den 50er Jahren stammenden Mädchen-Toiletten sei. Bislang genießt diese Maßnahme nicht höchste Priorität.

Quelle: RP
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