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Wesel
"Fahrradmod"-Autor stellt seine Werke vor

Wesel: "Fahrradmod"-Autor stellt seine Werke vor
Tobias Dahmen in einer originalgetreuen Nachbildung seines Kinderzimmers, die ab Samstag in der Galerie im Zentrum zu sehen ist. FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Zum ersten Mal sind die Werke des Comic-Zeichners und Autoren Tobias Dahmen in einer großen Ausstellung zu sehen.

Zufrieden dreinschauend lehnt Tobi Dahmen an der bemalten Wand im Centrum. Sein junges Ich rechts, potenzielle Vorbilder links neben ihm. Es erscheint wie eine Filmszene. Als wäre er, der Zeichner, gerade "Alice aus dem Wunderland"-artig einem Spiegel entsprungen. Raus aus der gezeichneten Wunderwelt, rein in die reale Ausstellungsräumlichkeit.

Es ist Tobi Dahmens erste große Schau, fünf Jahre ist es nun her, dass er seine ersten Comicstrips im Internet veröffentlichte. 2015 erschien sein von Comic-Fans gefeiertes Erstlingswerk "Fahrradmod". Am Samstag, 18. Juni, ist nun die Vernissage in der Galerie im Centrum. Ein Zufall half dabei - wie so oft, über mehrere Ecken. Da hatte Kulturbeauftragte Heike Kemper ein Problem mit ihrem Computer, drum bat sie einen Freund um Hilfe. Der erzählte ihr, Computertüftelei sei Dank, von einem Freund, der gerade seinen Internet-Comic abschließe - Tobi Dahmen. Angespornt vom Erfolg der großen Comic-Schau "Das ist doch keine Kunst" in der Oberhausener Ludwiggalerie, machte sie sich dergleich daran, dass Thema ins Rathaus-Gespräch zu bringen: "Mich hat das wirklich überzeugt. Wir wollen auch mal andere Leute ansprechen in die heiligen Hallen der Kunst zu kommen." Wie man nun sieht, es hat funktioniert. 120 Doppel-Bilderrahmen haben Dahmen und Helfer in den letzten Tagen an die Wände gebracht. Jeweils eine Skizze und die - fertig getuscht, gefärbt und gearbeitete - Seite. Aufgelockert ist die Ausstellung durch Exponate der Zeit, Dahmens altes Kinderzimmer - nahezu original nachgebaut, eine Lambretta Li 150 - in Blau- und Cremetönen lackiert. Dahmen will die Besucher begeistern, sie für die gezeichneten Geschichten öffnen. "Ich bin froh über die Möglichkeit, die mir hier geboten wird. Das ist alles andere als selbstverständlich. Es ist schön, dass der Comic immer größere Akzeptanz erfährt."

Tobi Dahmen hofft, dass die Bilder dem Zuschauer gefallen. Als er vor wenigen Tagen erfuhr, wie viel bei der Versteigerung eines seiner Bilder zusammen kam, konnte er es kaum glauben. Eine sympathische Unsicherheit, die ihn schon immer zu eigen war, wie er selbst sagt. "Die Frage ,Wo gehört man hin?' zieht sich ja durch mein ganzes Buch. Diese Unsicherheit ist auch bei mir immer dagewesen. Aber ich glaube, sie gehört zu einem Künstler dazu. Das treibt mich auch an, Neues zu tun." Neues ist ein gutes Stichwort, denn Dahmen plant schon das nächste Projekt, jetzt wo die Ausstellung in die Rahmen gesetzt ist. Ein Projekt über seine Eltern soll es werden. Ihre Geschichten will er erzählen. Es hat wieder mit Wesel zu tun, er hängt eben an dieser Stadt.

Die Ausstellung im Centrum beginnt am Samstag mit der großen Eröffnungsfeier um 18 Uhr. Danach steigt ein Sixties-Allnighter im Baby Doll am Kornmarkt. Die Schau endet am 21. August.

(göt)
 
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