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Schermbeck
Faszinierende Bilder vom Eis

Schermbeck: Faszinierende Bilder vom Eis
Martin Splitt von der Turmstation Schermbeck mit der Künstlerin Anne Reichel. Im Hintergrund einige ihrer Bilder vom Eis. Noch bis Freitag sind die Bilder zu sehen. FOTO: Helmut Scheffler
Schermbeck. Anne Reichels Ausstellung "Eisleben" ist in der Brichter Trafostation zu sehen - am Freitag bis in die Nacht.

Ein ganz besonderes Ausstellungserlebnis gibt es am kommenden Samstag, 10. Juni, in der ehemaligen Brichter Trafostation. Die Ausstellung "Eisleben" wird dann in der "Turmnacht" bis 24 Uhr präsentiert. Es ist die erste Ausstellung im Gebäude, für die Martin Splitt die Uedemer Kommunikationsdesignerin Anne Reichel gewinnen konnte. Ihre Ausstellung Eisleben ist eine Entdeckungsreise in das Geheimnis gefrorenen Wassers und ist im Jahre 2016 im Rahmen ihrer Bachelorarbeit entstanden. Während der intensiven Auseinandersetzung mit der Thematik begann Anne Reichel mit Eis zu experimentieren, um die Gefrierprozesse sowie die Auswirkungen auf die Konsistenz und das Aussehen von Eis zu untersuchen.

Das Eis wurde in einem handelsüblichen Gefrierschrank produziert, um mittels verschiedener Experimente die Gefrierprozesse von Wasser bei unterschiedlichen Gegebenheiten zu untersuchen. Wenn man Süßwasser einfriert, erhält man andere Eisstrukturen als beim Einfrieren von Salzwasser oder von kohlesäurehaltigem Wasser. Unterschiedlich fallen auch die Effekte aus, wenn man Tusche in Salzwasser oder in abgekochtes Wasser gießt und das Gemisch gefrieren lässt. Die Ergebnisse dieser physikalischen Prozesse hat Anne Reichel mit ihrer Kamera dokumentiert. 600 Fotos entstanden, von denen Anne Reichel 30 für ihre Ausstellung in der Brichter Turmstation auswählte. In der Summe all dieser Bilder wird deutlich, dass das Eis eine faszinierende Welt voller Geheimnisse ist. Bizarre Formen und Skulpturen entstehen in der Bildhauerei der Natur. Kein Foto gleicht dem anderen. Farbtöne von Blau bis hin zu Schwarz zeichnen das Eis und lassen es wie Gemälde wirken.

Im Rahmen der Vernissage ergänzte Anne Reichel ihre Fotos um Erläuterungen geographischer Fakten rund um polare Eisregionen und Gletscher, die zu wichtigen Klima-Archiven geworden sind. "Sie geben Aufschluss über weit zurückliegende Klimaperioden der Erdgeschichte", berichtete die Künstlerin Anne Reichel von der Möglichkeit, die im Eis eingeschlossene Luft aus der Atmosphäre zu analysieren.

Anne Reichel befasste sich in ihrer Einführung zur Ausstellung auch mit der Erwärmung der Erde und dem Abschmelzen des Eises. "Dadurch wird sich das Leben auf unserem Planeten verändern", ist sie überzeugt. "Mit Sorge wird diese Entwicklung beobachtet und erforscht". Ihre Fotos ergänzte Anne Reichel um Tonaufnahmen von Klängen, die das Eis bei seiner Vorwärtsbewegung, beim Abbrechen von Gletscherrändern oder beim Schrammen über den Erdboden erzeugt.

Zur Ausstellungseröffnung kamen auch Michael Sonsfeld, ein Liegenschaftler der innogy, der Martin Splitt den Turm zum Preis von einem Euro übergeben hatte, und Sabrina Merzenich als Liegenschaftsmitarbeiterin der Westnetz GmbH. "Der Turm an sich ist langweilig, er muss mit Leben gefüllt werden", f sagt Michael Sonsfeld über Martin Splitts Bemühungen, den Turm zu einem Treffpunkt für die Menschen in der Region werden zu lassen. Dazu soll auch jährlich eine Ausstellung gehören.

Bis zum kommenden Freitag, 9. Juni ist die Ausstellung Anne Reichels täglich zwischen 15 und 20 Uhr in Schermbeck-Bricht, Alte Poststraße (Nähe Nr.: 91), kostenlos zu besuchen, am 10. Juni zur Turmnacht dann bis in die Nacht.

(hs)
 
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