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Hamminkeln
FDP verlangt neue Verkehrsplanung

Hamminkeln: FDP verlangt neue Verkehrsplanung
Bernfried Schneiders (l.), Silke Westerhoff und Thomas Weidemann wollen Änderungen für die Planung an der Raiffeisenstraße. FOTO: Malz
Hamminkeln. Liberale kritisieren zu wenige Parkplätze, eine zu gefährliche Verkehrsführung und zu wenig Aufenthaltsqualität. Von Thomas Hesse

Die lang ersehnte Bebauung im Hamminkelner Ortskern mit Einzelhandel, dm-Drogeriemarkt, Praxen und Wohnbebauung gerät in einen politischen Zielkonflikt. Nach dem Ende der Offenlage im planungsrechtlichen Prozess macht sich die FDP zum Fürsprecher von Kritikern, die zu wenig Parkplätze an der Raiffeisenstraße, eine gefährliche Verkehrsführung zwischen Blumenkamper und Rathausstraße (geplante verkehrsberuhigte Zone) und mangelhafte Aufenthaltsqualität fürchten. Andere Kritikpunkte, wie zu große Bauhöhe, blieben gestern bei der Vorstellung eines Antrags außen vor, werden aber teils von der FDP geteilt.

Inhaltlich forderte die Fraktion gestern die Verwaltung auf, die Verkehrsführung an der Raiffeisenstraße neu zu planen und ein komplettes Konzept für die Ortsmitte Rathaus- bis Marktstraße sowie Blumenkamper bis Diersfordter Straße vorzulegen. Angesichts garantiert höheren Verkehrsaufkommens soll auch das Umfeld der Raiffeisenstraße berücksichtigt werden. "Damit wird aber nicht das Projekt infrage gestellt, wir sind froh, dass eine Bebauung endlich kommt", sagte Fraktionschefin Silke Westerhoff.

Die Vehemenz, mit der Liberalen vorangehen, spiegelt sich nicht bei den Einwendungen wider. Nur fünf von Privatpersonen sind bis Fristende im Rathaus eingegangen, wie es hieß. Das ist sehr wenig. Dazu musste planungsrechtlich eine Reihe von Fachbehörden befragt werden. Relevante Kritikpunkte betreffen Entwässerung und Lärmschutz. Sie werden von der Bauverwaltung bewertet und im Planungsausschuss am 1. Oktober vorgelegt.

So schnell wird es mit einem Verkehrskonzept kaum gehen. Die FDP verlangt nämlich zu prüfen, einen externen Gutachter hinzuziehen. Es geht um eine Verkehrsleitplanung, um das erwartete Aufkommen zu entzerren, und die Stellplatzsituation einzubeziehen. Dass die Zahl der Parkplätze laut FDP nicht ausreichen dürfte, hat auch mit der erwarteten Erweiterung des Rewe-Marktes zu tun. Der hat nur die Möglichkeit, sich zur Raiffeisenstraße auszudehnen, wo heute Kundenstellplätze sind. Den Hinweis der Verwaltung, es gebe keinen Bauantrag, findet die FDP zu kurz gegriffen.

"Man muss präventiv planen und für den Fall der Erweiterung wissen, was mit Verkehr und Parkern passieren soll", sagte Westerhoff. Überhaupt nicht anfreunden können sich die Liberalen mit dem Vorschlag, große Teile der Raiffeisenstraße zur verkehrsberuhigten Zone zu machen - sprich: Kein Bürgersteig, keine separierten Parkplätze, alle Verkehrsteilnehmer bewegen sich gleichberechtigt auf einer Ebene. "Zu gefährlich für Radfahrer, Fußgänger oder Rollstuhlfahrer.

Die geplante Parkplatzsituation ist nicht ausreichend", sagte Vorstandsmitglied Thomas Weidemann. Die FDP kann sich eine Einbahnstraßenregelung auf der Raiffeisenstraße vorstellen, dazu schräg positionierte (Kurzzeit-)Stellplätze am Rand. Einen anderen Aspekt brachte Rainer van Nahmen, gestern Gast des Termins, ins Spiel: "Es fehlt die Aufenthaltsqualität, gute Gestaltung ist aber wichtig für den Handelsstandort." Er hat der Verwaltung Informationen der TU Dortmund dazu zukommen lassen. Zeitdruck will die FDP nicht erzeugen. "Sorgfalt geht vor Schnelligkeit", sagte Westerhoff.

Quelle: RP
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