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Wesel
Fehlender Lärmschutz: Handel in großer Sorge

Wesel: Fehlender Lärmschutz: Handel in großer Sorge
Anne Kolkmann (Regenbogen): "Wünsche mir gute Lösung für alle." FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Wesel. "Blumenkamper Vielfalt" sieht sich in Existenz bedroht und appelliert an Bürger, Infoabend der Bürgerinitiative "Betuwe – so nicht" zu besuchen. Von Klaus Nikolei

In Blumenkamp geht die Angst um. Vor allem die in der "Blumenkamper Vielfalt" zusammengeschlossenen Geschäftsleute befürchten, dass der Stadtteil an der Betuwelinie in erster Linie für junge Familien an Attraktivität verliert und damit letztlich auch ihre eigene Existenz in Gefahr gerät.

So werden die Lärmschutzwände aussehen

Auslöser für die Befürchtungen sind die kürzlich im Rathaus erstmals öffentlich ausgelegten Lärmschutzpläne der Bahn. "Die sehen zwar eine drei bis vier Meter hohe Lärmschutzwand im Bereich Feldmark vor, wenn das dritte Gleis kommt, aber nicht auf der Blumenkamper Seite", beklagt Alexander Schulten. "Das wird dazu führen, dass der Schall zurückgeworfen wird und der Lärmpegel steigt", sagt der Besitzer des Blumenkamper Reisebüros an der Hamminkelner Landstraße, der jüngst zum neuen Koordinator der "Blumenkamper Vielfalt" gewählt wurde.

Er appelliert nun an alle Mitstreiter und Blumenkamper Bürger, unbedingt die Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative "Betuwe Linie – so nicht" zu besuchen, die am Donnerstag, 21. November, um 19 Uhr in der Blumenkamper Gaststätte Pollmann stattfindet. Es sei wichtig, dass im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens alle Blumenkamper ihre Forderungen nach einer Lärmschutzwand zu beiden Seiten der Gleise anmelden. "Das müssen wir jetzt tun, weil nachträglich ganz sicher keine zusätzliche Wand gebaut wird. Die nötigen Informationen holen wir uns von der Bürgerinitiative bei Pollmann."

Bei der Veranstaltung wird ganz sicher auch Dietgard Ott mit von der Partie sein, die gegenüber von Schulten seit Jahren ein Schreibwarengeschäft mit Post-Agentur führt. Dort ist die fehlende Lärmschutzwand Tagesgespräch. "Die Blumenkamper erwachen allmählich aus ihrem Dornröschenschlaf", sagt Dietgard Ott. Bislang habe man sich kaum Gedanken gemacht und immer darauf vertraut, dass eine Lärmschutzwand gebaut wird. "Ohne Lärmschutz aber werden die Probleme für uns alle noch größer."

Die Geschäftsfrau weiß, wovon sie spricht. Allein das Ende von Rewe hat eine schmerzhafte Lücke hinterlassen. "Wir vermieten auch Wohnungen. Früher war das kein Problem, neue Interessenten zu finden. Doch jetzt gibt es bei uns keinen Nahversorger und keine Banken mehr", so Ott. Schon stünden mehrere Häuser leer. "Und ohne Lärmschutz wird die Situation im immer älter werdenden Blumenkamp noch bedrohlicher."

Genauso sieht Anne Kolkmann, die in ihrem Fachgeschäft Regenbogen unter anderem Feinkost, extravaganten Schmuck und ausgefallenes Kunsthandwerk anbietet. "Auch bei uns ist die bislang nicht vorgesehene Wand Tagesgespräch. Die Sorgen der Blumenkamper wachsen. Ich wünsche mir, dass für uns alle eine befriedigende Lösung gefunden wird und der nötige Lärmschutz kommt."

Quelle: RP
 
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