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Unsere Woche
Ferienpanik, Blödsinnsidee und eine Vision

Wesel. 1. Was treibt die Umweltministerin zu übereilten Erfolgsmeldungen? 2. Uraltpläne für die B 8? 3. Weltkunst recyceln?

Sie mögen keine Fragezeichen in Zeitungen? Gut, dann wollen wir es mal mit Antworten versuchen.

Zu Frage 1: Seit 25 Jahren beunruhigt das Stichwort Betuwe Niederrheiner, die an der rechtsrheinischen Bahnstrecke wohnen. Das wird auf der linken Rheinseite ganz offensichtlich immer noch nicht verstanden. Das gilt für Ronald Pofalla wie für Barbara Hendricks, die beide von dort stammen, aber wohl eine eigene Wahrnehmung haben. Dass Hendricks gestern beinahe schon überschwänglich einen Durchbruch im Streit um die Sicherheit verkündete, dann kann das nur mit Ferienpanik erklärt werden. Nur schnell vor der Sommerpause noch mal eben zeigen, wie toll man doch alles gelöst bekommt. Schade, wird nix draus. Denn die Feuerwehren und vier Bundestagsabgeordnete bewerten den Ausgang der Gespräche ganz anders. Und zwar so, wie es sein muss: Maßstab für die Sicherheit ist das Konzept der Feuerwehren, denn sie sind es, die im Ernstfall retten und bergen müssen.

Zu Frage 2: Mit 15 Jahre alten Plänen eine neue Straße anzugehen, die in vielleicht weiteren 15 Jahren erst fertig wird, ist so doll nicht. Wie die Blödsinnsidee, eine autobahnähnliche neue B 8 durch Natur und Siedlungen legen zu wollen, im Bundesverkehrswegeplan "vordringlichen Bedarf" bekommt, hat möglicherweise mit Geisteshaltungen zu tun, wie unter 1. beschrieben: Denn sie wissen nicht, was sie tun beziehungsweise worüber sie reden. Dass die Trasse Zustimmung in Dinslaken findet, ist wegen der lokalen Vorteile verständlich, die Sorge in Voerde und Wesel aber ebenfalls.

Zu Frage 3: Noch eine Blödsinnsidee, diesmal von uns selbst entwickelt: Im Sinne einer nachhaltigen Tourismusförderung könnte Verpacker Christo doch den in Norditalien überflüssig werdenden Stoff in Wesel wiederverwerten und den Dom damit eintüten. Das Produkt der Hamminkelner Setex-Gruppe käme immer noch sozusagen aus der Nachbarschaft. Und die Weseler Firma Lase könnte wie am Iseosee die Besucher zählen. Natürlich alles ohne Eintritt. Aber der eine oder andere Euro dürfte in der Stadt bleiben. Sie finden das doof? Okay, war ja nur mal eine Idee ...

Quelle: RP
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