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Wesel
Festlicher Start für die Dommusik im neuen Jahr

Wesel. Eine prächtige Intrada schwang sich aus dem Chorraum hinaus in die große Kirche und begann damit die Dommusik des neuen Jahres. Die Musik zur Marktzeit am Samstagmittag war das erste Konzert der Reihe in Willibrord. Sie orientierte sich am Epiphaniastag, dem Dreikönigsfest im Kirchenjahr. Zu diesem Thema sprach die Orgel klingende Strophen aus fünf Jahrhunderten von etlichen europäischen Komponisten.. Von Hanne Buschmann

Domkantor Ansgar Schlei begann also mit der Intrada des zeitgenössischen Briten Grayston Ives. Raum und Emotionen ergreifend erzählte die Musik vom möglichen Werden einer neuen Welt. Wie ein Echo vertieften leiser schwebende Töne die eindringliche Rede, die schließlich wieder mit voller Kraft die Botschaft bejahte. Von dem flämischen Belgier Flor Peeters folgten die Variationen über das Weihnachtslied "Herr Jesus hat ein Gärtchen". Jesus selbst ist die besondere Blume darin, erkennbar an der sehr feinen Melodie unter eher lockenden, gleißenden, hervorbrechenden oder allzu scheuen Takten. 1933 in Emmerich komponierte Peeters diese Musik, erklärte Ansgar Schlei.

Er spielte danach die überaus reiche Partita über den Choral "Wie schön leuchtet der Morgenstern" als "Reise durch die Jahrhunderte". Natürlich war es eine Reise zu den jeweiligen geistigen Standorten mit deren prägenden Klangbildern zum Selbst eines jeden einzelnen Hörenden. Denn in jedem Menschen entsteht eine ihm eigene Variante der klingenden Texte, geleitet von Georg Philipp Telemann, Jan Bender, Niels W. Gade, Hugo Distler, Johann Christian Rinck, Helmut Bornefeld. Beschlossen mit dem großen, zeitlos gültigen Choralsatz von Johann Sebastian Bach.

Variationen über das Weihnachtslied "In dulci jubilo" von Denis Bédard (geb. 1950), einem im französischen Teil Kanadas beheimateten Komponisten. Laut hinaus, doch eher hinauf riefen dessen tönende Worte. Klangmächtig verströmte sich das Bekenntnis in die Kirche hinein bis unter die hohen Gewölbe. Liebliche Passagen erzählten vom Wunder der Weihnacht, nach einer kurzen Pause erhob sich aus der Tiefe der Zeit der Jubel über das Heute, gleichsam bestätigt vom Drehen des Zimbelsterns. Anhaltender Applaus dankte dem Organisten.

(hb)
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