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Niederrhein
Finanz-Hilfen für Landwirte nicht mit Gießkanne verteilen

Niederrhein. Die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) gibt den Mitgliedsstaaten einen Spielraum zur Verteilung der finanziellen Mittel: 15 Prozent der EU Agrar Direktzahlungen könnten für gezielte Agrarumweltmaßnahmen genutzt werden. Die Gelder der sogenannten 2. Säule schöpft Deutschland derzeit aber bei Weitem nicht aus. Nur 4,5 Prozent werden in Deutschland gezielt für Umwelt-, Tier- und Klimaschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft eingesetzt.

"Es ist längst Zeit, die Umschichtung der Mittel anzugehen", sagt Heinz-Josef Thuneke, Vorsitzender der Landesvereinigung Ökologischer Landbau Nordrhein Westfalen (LVÖ), "die Ausschüttung finanzieller Hilfen für Landwirte im Gießkannenprinzip hat schon zu lange eine positive Entwicklung in der Bio-Landwirtschaft verzögert. Was wir brauchen und fordern, sind finanzielle Honorierung der Umstellung auf Ökolandbau und gezielte Maßnahmen zum Schutz unserer Böden, Tiere und Pflanzen." Nordrhein Westfalen ist als bevölkerungsreichstes Bundesland ein wichtiger Absatzmarkt für Bio-Produkte in Deutschland. Die Nachfrage nach regional, nachhaltig, ökologisch und tiergerecht produzierter Ware steigt. Jörn Bender, stellvertretender Vorsitzender der LVÖ warnt mit Blick auf den deutlichen Zuwachs der Bio-Flächen und -Betriebe 2016, vorhandene Gelder jetzt nicht zu vergeuden. Die LVÖ erwartet eine klare Positionierung des NRW Landwirtschaftsministers Remmel für eine spürbare Aufstockung der 2. Säule." Sollte Deutschland die 15 Prozent der 2. Säule voll ausschöpfen und somit zusätzlich weitere 10,5 Prozent umschichten, würden diese Mittel ab 2019 wirksam. Das entspräche rund 525 Millionen Euro jährlich, die ohne Kofinanzierung für bessere Einkommenschancen der Landwirte, eine Ökologisierung der Landwirtschaft, den Gewässerschutz und mehr Tierschutz eingesetzt werden könnten.

Quelle: RP
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