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Wesel
Flachglas-Bau wird abgerissen

Wesel: Flachglas-Bau wird abgerissen
Vor dem Flachglas-Verwaltungsbau: Manfred Schramm (l.) und Jürgen Möllenbeck (r.). FOTO: Klaus Nikolei
Wesel. Wie das Areal künftig genutzt wird, ist noch offen. Die Konzernmutter Pilkington mit Sitz in Gelsenkirchen ist am Zug. Von Sebastian Peters

Die Konzernmutter Pilkington des ehemals großen Weseler Unternehmens Flachglas wird das Verwaltungsgebäude des Unternehmens an der Alten Delogstraße in Kürze abreißen. Auf Anfrage bestätigte eine Sprecherin die Planung, konnte aber Details zum Abriss und zur Folgenutzung noch nicht nennen.

Mit dem Abriss endet eine lange Debatte um die Nutzung des Backsteinbaus an der Einfahrt zum ehemalige Flachglasgelände in Wesel. Zwischenzeitlich sollte dort ein Jugendhaus entstehen. Aus planungsrechtlichen Gründen - es handelt sich um ein Gebiet mit industrieller Nutzung - gab es keine Chance für die Pläne.

Über die Planung von Pilkington für das Gebäude hatte SPD-Fraktionschef Ludger Hovest in der Fraktionssitzung der SPD am Montagabend gesprochen. Auf Anfrage bestätigte Hovest gestern, dass es die Nachricht von Pilkington gegeben habe, dass der Abriss bevorsteht.

Seit rund 20 Jahren steht das Verwaltungsgebäude leer. Ehemals waren bei der Flachglas rund 2000 Arbeitnehmer beschäftigt. Mittlerweile seien dort noch zwei Unternehmen auf dem Gelände ansässig, die gemeinsam rund 130 Mitarbeiter hätten, wie Hovest sagte.

Was auf dem Gelände entsteht, sei noch offen, betont Hovest. "Pilkington muss jetzt den ersten Schritt machen." Nach seiner Information gibt es noch keine konkreten Pläne für die Entwicklung des Areals. Hovest würde eine gewerbliche Nutzungen begrüßen: ein Gründerzentrum oder ein Handwerkerhof, an dem sich mehrere Kleinbetriebe ansiedeln könnten. "Wir haben aber keine Signale, dass sich in dieser Richtung was tut", sagt der SPD-Fraktionschef.

Der Abriss böte auch die Chance, Wesel in Richtung Rhein zu entwickeln, durch Wohnbebauung. Dafür sieht Hovest allerdings derzeit keine Chancen. "Die Politik ist gut beraten, aufgrund der Arbeitsplätze vor Ort in einem Beobachtungsstadium zu bleiben und hier noch keine konkreten Nutzungsvorschläge zu machen." Da liegt Hovest auf einer Linie mit Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, die auch keine Pläne für das Areal erstellen will, solange dort noch Arbeitsplätze vorgehalten werden. Kritik äußert Ludger Hovest allerdings am Landesentwicklungsplan, der eine Entwicklung vor Ort verhindert. "Die Freiräume für die Kommunen müssten deutlich größer werden."

Vor wenigen Monaten noch hatte zuletzt der Weseler Jürgen Möllenbeck als Chef des sogenannten Krachgartens, einer Proberauminitiative für Bands, den Vorschlag unterbreitet, aus dem alten Flachglas-Verwaltungsgebäude ein Künstler- , Musiker- und Sportlerhaus für deutsche und internationale Gäste zu machen. "Das würde der Stadt sicher gut zu Gesicht stehen", hatte er gegenüber unserer Redaktion damals geworben. Bei einem Ortstermin an der Delogstraße hatte den Vertretern von SPD, CDU, FDP sowie den Piraten das Konzept gefallen - doch bei Konzepten bleibt es wohl.

Quelle: RP
 
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