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Schermbeck
Flüchtlinge bald in Turnhalle der Maximilian-Kolbe-Schule?

Schermbeck. Schermbeck sucht dringend Unterbringungsmöglichkeiten. Gemeindesportverband meldet bereits Bedenken an.

Über den gegenwärtigen Stand der Asylbewerber in Schermbeck informierte Verwaltungsmitarbeiter Marc Lindemann die Ratsmitglieder. Derzeit leben in Schermbeck 237 Asylbewerber. Am 10. September seien es 153 gewesen. Lindemann berichtete von steigenden Zuweisungszahlen. Im Juli seien der Gemeinde 24 Personen zugewiesen worden, im August 25, im September 43 und im Oktober 53. 16 Privatwohnungen hat die Gemeinde angemietet. Dort leben derzeit 80 Flüchtlinge.

Gegenwärtig überlegt die Gemeinde, bei steigenden Flüchtlingszahlen die Zweifachturnhalle an der Maximilian-Kolbe-Schule für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. Ob es zu einer solchen Belegung kommt, wird sich erst im nicht-öffentlichen Teil einer Sondersitzung des Bau- und Liegenschaftsausschusses entscheiden, der am 10. November tagt.

Obwohl noch keine Entscheidung vorliegt, hat der Gemeindesportverband (GSV) sich bereits zu Wort gemeldet. "Die Aufnahme von Flüchtlingen ist allein schon aus humanitären Gründen eine Selbstverständlichkeit und hier leistet der Sport natürlich auch ohne Wenn und Aber seinen Beitrag", schreibt der GSV-Vorsitzende Hans Kutscher in einem Brief an den Bürgermeister. Kutscher trägt aber aber auch Bedenken vor: "Mit dieser Entscheidung, wenn sie denn so kommen sollte, gefährden die Verantwortlichen die Existenz von Sportvereinen und die Motivation vieler Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen." Der Gemeindesportverband Schermbeck schließt sich der Forderung des Landessportbunds NRW an, Sporthallen nur in absoluten Ausnahmefällen als Flüchtlingslager zu nutzen. Die Nutzungszeiten müssten dann so kurz wie möglich gehalten werden, da eine menschenwürdige Unterbringung in Sporthallen nur bedingt gewährleistet sei.

Kutscher mekrt weiterhin an: "Gerade in den letzten Wochen versucht der Gemeindesportverband in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen Asylbewerbern Möglichkeiten zu bieten, sich sportlich zu betätigen um Abwechslung im alltäglichen Ablauf zu haben." Aus diesen und weiteren Argumenten leitet Kutscher die Bitte ab: "Wir werben daher dafür, alle Alternativen auszuloten, um eine Nutzungsänderung der Sporthalle zu vermeiden."

Gerne lasse sich auch der Gemeindesportverband bei der Lösungsfindung mit einbinden. Die aktuelle Situation erfordere Geschlossenheit der Entscheidungsträger aus Politik, Gesellschaft, Kirchen und organisiertem Sport, um eine möglichst praktikable Lösung zu finden, die weder auf Kosten der Lebensqualität der Flüchtlinge noch auf Kosten der betroffenen Vereine gehe, so Kutscher.

(hs)
 
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