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Hamminkeln
Flüchtlinge kommen in Hogenbuschhalle

Hamminkeln: Flüchtlinge kommen in Hogenbuschhalle
Dezernent Jürgen Palberg sagte: "Wir müssen entschlossen handeln, mindestens 200 Leute kommen." FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Hamminkeln. Krisensitzung im Rathaus: Immer mehr Zuweisungen an Asylbewerbern, nun wird in Mehrhoog eine Sporthalle belegt. Von Thomas Hesse

Der Anruf kam gestern Morgen von der Bezirksregierung Arnsberg. Inhalt: Hamminkeln erhält täglich zehn Flüchtlinge zugewiesen - mindestens vier Wochen lang. Eine Krisensitzung jagte gestern im Rathaus die andere, denn in den bestehenden Einrichtungen sind nur 40 bis 50 Plätze frei. Die Zuweisungen überholen alle Planungen. Wie am Nachmittag im Betriebsausschuss bekannt wurde, belegt die Stadt erstmals eine Sporthalle.

Die Hogenbuschhalle in Mehrhoog soll 130 bis 150 Menschen aufnehmen. Die Sportvereine TV und VfR Mehrhoog werden leiden müssen, Kulturveranstaltungen, etwa das Konzert des Männerchors, sind nicht mehr möglich.

Kritik gab es im Ausschuss am verspäteten Bau eines niederländischen Modells für Flüchtlingswohnungen. Das hilft aktuell aber niemandem. Nächste Woche soll es in Mehrhoog eine Bürgerinformation geben. Außerdem: In Brünen am Sportplatz werden 60 Plätze geschaffen. Der Containerstandort gilt wegen Strom- und Wasseranschluss als erste und preiswerteste Wahl (Kosten für zwei Jahre: 188.000 Euro). Ursprünglich war Dingden am alten Sportplatz vorgesehen.

Die Sportvereine in Mehrhoog, denen nun die Einschränkungen erklärt werden müssen, müssen Alternativen suchen. Vielleicht können die Fußballer des VfR ihre Kabine behalten, das Training wäre dann möglich. Die TV-Handballer müssten mit ihren Ligaspielen und dem Training ausweichen.

Die Stadt selbst wird schnell handeln müssen. Erfüllen sich die Ankündigungen, zieht spätestens in einer Woche der erste Flüchtling in die Hogenbuschhalle ein. Der Hallenboden muss eingerichtet, die Versorgung organisiert werden. Immerhin: Betten sind da, sie werden ohne Abtrennungen aufgestellt, die Stadt hat sie auf Vorrat geordert. Und jetzt direkt nachbestellt. Dezernent Jürgen Palberg sagte: "Wir müssen entschlossen handeln, mindestens 200 Leute kommen."

Schärfe brachten Michael Möllenbeck (SPD) und Johannes Flaswinkel ins Spiel mit Kritik am Bau besagter niederländischer Modelle, für die im November statt noch im September Baubeginn ist - bei gestiegenen Kosten. Möllenbeck steckte zudem oberlehrerhaft der Verwaltung, nicht für ehrenamtliche Betreuung zu sorgen. Eine edle Aufgabe für Politiker, wie andere fanden. Die Stadt hat bereits bei der Caritas angefragt.

Alternative von der Größenordnung her wäre nur die Sporthalle am Mumbecker Bach in Dingden gewesen. Doch die ist stärker belegt als die Mehrhoog, außerdem findet viel Schulsport dort statt. Die Verwaltung setzt auf eine große Unterbringungsvariante, weil neben den räumlichen Kapazitäten sanitäre Einrichtungen vorhanden sind. Wie lange die aus dem Boden gestampfte Lösung vorhält, ist nicht zu prognostizieren. Ein Puffer wäre die Grundschule Ringenberg (60 Plätze), gerade erst im Fachausschuss als Reserve gesichert.

Quelle: RP
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