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Schermbeck
Flüchtlingsheime nicht mehr nötig

Schermbeck: Flüchtlingsheime nicht mehr nötig
Der Mietvertrag für die Halle der Firma Rademacher im Ortsteil Bricht für die Unterbringung von bis zu 100 Personen soll nicht über dem 31. Dezember 2017 hinaus verlängert werden. FOTO: Foto Scheffler
Schermbeck. Die Flüchtlingszahl sinkt - neue Beschlüsse waren in Schermbeck nötig.

Der Fortbestand bestehenden und geplanten Übergangswohnheimen für Flüchtlinge, Asylsuchende und Obdachlose im Gebiet der Gemeinde Schermbeck ist gestern in der Gemeinderatssitzung diskutiert worden. Drei Entscheidungen standen an.

Die Entscheidungen wurden fällig, weil die Gemeinde mehr Plätze für die Unterbringung vorhält, als gegenwärtig und nach Einschätzung der Verwaltung und fast aller Politiker in naher Zukunft benötigt werden. Zum Stichtag 21. Juni lebten 255 ausländische Flüchtlinge (194 männlich/61 weiblich) in Schermbeck. Neben 151 Einzelpersonen lebten 104 Personen in 26 Familien. 115 Personen wohnten in 26 Privatwohnen. Für die übrigen Flüchtlinge hielt die Gemeinde bislang fünf Unterkünfte vor: Standort Berding-Beton, Uefter Schule, ehemaliges Ecco-Hotel, ehemaliger Rheinisch-Westfälischer Hof sowie die Halle Rademacher. Bislang hatte die Gemeinde noch die Möglichkeit, in den genannten Unterkünften 196 Flüchtlinge unterzubringen. Vor diesem Hintergrund fiel die erste Entscheidung. Der Bau eines Mehrfamilienhauses für die Unterbringung von Flüchtlingen wird im Borgskamp nicht errichtet, obwohl eine Förderzusage bereits am 30. November 2016 erteilt wurde. Eine Baugenehmigung liegt seit dem 9. September 2016 vor; sie gilt insgesamt drei Jahre lang. Die Nettobausumme, die jetzt eingespart wird, hätte 1,416 Mio. Euro betragen. Die von der Gemeinde bisher aufgewendeten Kosten für Planungen belaufen sich auf 35.336 Euro. In einer zweiten Entscheidung beschloss der Rat einstimmig, den bestehenden Mietvertrag für eine Halle auf dem Gelände der Brichter Firma Rademacher nicht mehr zu verlängern. Der Vertrag endet am 31. Dezember 2017. 100 Plätze standen dort zur Verfügung. Alle Plätze blieben bislang unbewohnt.

Die Gemeinde muss den ursprünglichen Zustand des Objektes wiederherstellen und Aufbauten auf dem Grundstück eventuell entfernen. Die Kosten konnte der Kämmerer Frank Hindricksen gestern nicht beziffern. "Einen sechsstelligen Betrag würde ich nicht ausschließen", stellte Hindricksen fest.

In einer dritten Abstimmung entschied sich der Rat einstimmig für die ersatzlose Streichung eines Beschlussvorschlages der Verwaltung. Sie wollte erreichen, dass die Politiker sich schon jetzt für oder gegen den Bau einer Flüchtlingsunterkunft an der Gahlener Kirchstraße entscheiden sollten. Durch die einstimmige Ablehnung einer solchen sofortigen Entscheidung ist gewährleistet, dass die Politiker im Falle eines Bedarfs an entsprechenden Unterbringungsplätzen erneut eine Entscheidung unter den dann geltenden Rahmenbedingungen treffen können.

(hs)
 
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