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Wesel
Flüchtlingskinder auf Martinsbesuch

Wesel. Grundschule an der Böhlstraße lud Kinder aus Notunterkunft Lippeglacis ein. Von Michael Elsing

386 Kinder, 26 Nationen - wenn eine Schule dazu prädestiniert ist, sich mit dem Thema "Flüchtlinge in Wesel" auseinanderzusetzen, dann ist es sicher die Gemeinschaftsgrundschule Innenstadt. Gestern kamen rund 25 Kinder und dazu elf Erwachsene, vornehmlich aus Syrien und dem Irak, die derzeit in der Notunterkunft am Lippeglacis untergebracht sind, zu St. Martin in die Schule an der Böhlstraße. "Es gab die Überlegung, Flüchtlinge zu uns einzuladen, schon länger. Der Projekttag der Schule war eine gute Gelegenheit, es zu realisieren", sagte Monika Isselhorst, Klassenlehrerin der 3a, die mit zehn Kindern ihrer Klasse die Gäste gestern Morgen abgeholt hatte. Zuvor hatte sie sich an Bürgermeisterin Ulrike Westkamp gewandt, die den Kontakt zur Notunterkunft herstellte.

In der Schule wurden die Flüchtlinge, die erst vor kurzem in Wesel eingetroffen sind, herzlich empfangen. "Uns geht es auch darum, Hemmschwellen bei den Kindern abzubauen. Sie sollen sich nicht als unbekannte Masse betrachten, sondern jeden einzelnen als Individuum", so Monika Isselhorst. Im Mittelpunkt des Vormittags, der mit gemeinsamem Malen, Basteln oder Tanzen gefüllt war, standen zwei große, gebackene Martinsgänse, die, wie es an St. Martin nun mal üblich ist, geteilt und natürlich auch verspeist wurden.

Dass Kinder recht unproblematisch an das Thema herangehen, bewiesen beispielsweise die Schülerin Marva, die aus dem Libanon stammt und durchaus gekonnt als Übersetzerin fungierte oder ihr Klassenkamerad Yussuf, der syrischer Herkunft ist und die Flüchtlinge in deren Landessprache begrüßte. Flüchtlingskinder gehören an der Böhlstraße längst zum Alltag, wie Schulleiterin Astrid Wahl-Weber erklärte. "Wir haben schon viele Kinder aufgenommen. Sie sind bei uns in den Klassen integriert, erhalten aber auch einen speziellen Unterricht, bei dem ihnen vor allem die deutsche Sprache beigebracht wird", sagte Wahl-Weber.

Quelle: RP
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